Das Blut der Unsterblichen

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 Kapitel 9 - Annährung

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AutorNachricht
Luzifer McCanly
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Anzahl der Beiträge : 12091
Anmeldedatum : 22.11.11

BeitragThema: Kapitel 9 - Annährung   Mo Aug 13, 2012 7:38 pm

Kapitel 9 - Annährung


Ich reibe mir die Augen. Mein Hals schmerzt. Ich spüre etwas Kaltes,
Nasses auf meiner Stirn. Ein Lappen. Ich lasse ihn auf meiner Stirn,
denn ich finde das Gefühl angenehm. Raze sieht mich verdutzt an. »Wen
meinst du jetzt? «, fragt er sichtlich verwirrt. »Lucas. «, beantworte
ich seine Frage und sehe Lucas wütend an und ergänze dann: »Raus! «
Ich will ihn einfach grade nicht sehen. Er hat Sachen ausgeplaudert, von
denen er weiß, dass sie nur mich etwas angehen.
Ich bin in dem
Schlafzimmer von Raze und liege im Bett. Lucas und Raze sitzen auf
Stühlen um mich rum und sehen mich an. »Was? « fragt Lucas unschuldig.
»Wieso das denn? Ist alles okay mit dir? «
Er hält mich für verrückt.
Denke ich leicht amüsiert, aber wer denkt das nicht? »Du weißt genau
was! Du hattest kein Recht ihm all das zu erzählen. « Ich weiß dass er
weiß wovon ich rede, denn dieses Thema hatten wir schon oft und immer
ist es im Streit geendet. »Und jetzt geh! «, vordere ich ihn noch einmal
auf. Raze lächelt schief und ist sichtlich schadenfroh, ich achte aber
nicht weiter auf ihn, denn er ist mit momentan ziemlich egal. »Bist du
dir sicher? « Ich weiß das er verstanden hat, dass ich ihn nicht sehen
will, aber er will mich nicht alleine lassen. »Ja verschwinde. « Er
seufzt leicht und wendet sich an Raze. »Achte darauf dass sie noch zwei
bis drei Stunden hier bleibt und was isst bevor sie geht. « Es ist eine
Anleitung, als wäre ich ein dämlicher Köter, den er in seiner Obhut
gibt. Warum reden alle immer so über mich, als wenn ich nicht da wäre?
Er wirft mir noch einen traurigen Blick zu, was mich allerdings kalt
lässt, steht dann auf und verschwindet ohne noch weiter zu diskutieren.
Er weiß wann er keine Chance gegen mich hat. Ich werde nicht ewig auf
ihn sauer sein. Wenn wir uns das nächste Mal sehen ist die Sache schon
wieder vergessen, aber jetzt halte ich seinen Anblick einfach nicht mehr
aus. Raze sieht Lucas noch kurz nach, sieht mich dann an.
»Willst du
denn was essen? «, fragt er gleich, aber ich antworte darauf nicht,
denn sobald Lucas draußen ist schlage ich die Decke zurück, nehme den
Lappen, der immer noch auf meiner Stirn liegt runter und will aufstehen,
doch Raze drückt mich gleich wieder runter. »Auch wenn ich einen Scheiß
darauf gebe was er sagt, aber in einem Punkt bin ich ganz seiner
Meinung: Du bleibst hier. « Ich schlage seine Hand weg. »Ich lass mich
nicht bemitleiden und ich bin alt genug um selber darüber zu
entscheiden. « Ich bin genervt. Warum ist jeder der Meinung
Entscheidungen für mich treffen zu müssen? Er schnaubt. »Ich bemitleide
dich nicht. Ich mache mir Sorgen, das sind zwei verschiedene Dinge. «
Jetzt versuche ich wieder auf zu stehen und schaffe es diesmal auch.
»Hast du dich mal angesehen? Ich schon und glaub mir, ich weiß wie ein
bemitleidender Blick aussieht. «
Ich will an ihm vorbei zur Tür und
murmle unwillkürlich: »Er hätte es dir nicht sagen dürfen. « Manchmal
kann ich meinen Mund einfach nicht halten, zu meinem Leidwesen. Wieder
hält Raze mich zurück. »Anscheinend hast du keine Ahnung. « Er nickt mir
aber dann zustimmend zu.
»Ja hätte er nicht, aber besser er sagt er
mir, als das ich mir noch mal vor Panik in die Hose mache, weil ich
nicht weiß was mit dir los ist. « Es ist offensichtlich, dass er gehört
hat was ich gesagt habe.
»Nein eben nicht besser. «, schnauze ich
ihn an. »Weil es niemanden etwas angeht! « Ich reiße mich mit einer
ruckartigen Bewegung von ihm los. Er lächelt mich leicht an und ich
frage mich was es da zu lächeln gab. »Ich weiß, aber es ist doch halb so
schlimm. «, tut er es ab. Halb so schlimm? Wie kann er das sagen? Er
steckt nicht in meiner Haut, weiß nicht wie es ist. Ich sehe ihn wütend
an.
»Nicht schlimm? Du hast keine Ahnung was schlimm ist. « Er nickt
zustimmend. »Ja du hast Recht. Ich weiß es nicht, aber für meine
Verhältnisse ist es nicht so schlimm, dass er es mir gesagt hat. «
Ja
das kann ich mir vorstellen, denke ich bitter. Er sagt ja immer, dass
er mehr von mir wissen will. »Aber ich finde es schlimm. «, zische ich
zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor und drängle mich an ihm
vorbei, aber er zieht mich gleich wieder zurück und schüttelt den Kopf.
»Du gehst jetzt nicht! « Ich sehe ihn herausfordernd an. Wie ich Befehle
doch hasse. So langsam fühle ich mich wirklich wie ein Hund. »Aha und
wie willst du mich daran hindern? « Er schiebt sich an mir vorbei zur
Tür und macht sie zu und sieht mich dann an. »Indem ich dich bitte. Tue
mir einfach den gefallen und bleib noch hier. Leg dich hin und ruh dich
noch ein bisschen aus, damit ich mich vergewissern kann, dass es dir
wirklich gut geht. « Ich breite die Arme etwas aus. »Sie mich an! Sehe
ich so aus als würde ich gleich umkippen? « Er mustert mich kurz und
sagt dann: »Ich gehe lieber auf Nummer sicher. « Ich rolle genervt mit
den Augen, gehe zu ihm und versuche ihn zunächst sanft von der Tür weg
zu schieben. Man muss ja nicht alles gleich mit Gewalt lösen. »Ich will
nach Hause. «, sage ich nur dazu. Er bewegt sich kein Stück, sieht mir
aber in die Augen. »Ich will nur dass dir nichts passiert. « versichert
er mir, aber es ist mir so was von egal. Was geht es ihn denn an, ob
mir was passiert oder nicht? Zugegeben, in diesem Moment bin ich etwas
zickig und denke egoistisch, aber es ist immer noch mein Leben.
Ich
bin nicht in der Verfassung mich überreden zu lassen, dafür bin ich zu
genervt. »Mein Gott, jetzt spiel dich doch nicht als Gentleman und
Beschützer auf. Ich kann auch gut alleine auf mich aufpassen. « Ich weiß
dass ich etwas hart bin, aber das ist mir egal. Ich will einfach nur
weg, alleine sein. Langsam verliere ich die Geduld, als er immer noch
nicht weg geht. Ich stoße ihn richtig weg, nicht mehr so sanft wie
zuvor, dann mache ich endlich die Tür auf. »Ich lasse mir von niemand
sagen was ich zu tun und zu lassen habe, gewöhn dich dran. «, will ich
ihm einschärfen. Er muss lernen, das ich auf niemanden höre und erst
recht nicht auf ihn. Ich bin vorher auch gut alleine klar gekommen und
habe damals auch nur das gemacht, was ich für richtig hielt. Er stößt
die Tür mit seinem Fuß wieder zu. Ich sehe ihn an, kann nicht glauben
was er da grade getan hat. Er hat echt die Tür vor meiner Nase
zugeschlagen. Manieren hat er jedenfalls nicht gerade. »Ich spiel mich
nicht auf. So bin ich nun mal. Ja verdammt ich mach mir Sorgen. « Er
lächelt nun leicht, ich ignoriere es aber, da kann er noch so viel
lächeln wie er will, er ist trotzdem eine Arsch. Erst quetscht er meinen
besten Freund aus und jetzt sperrt er mich ein. Ich reiße die Tür
wieder auf. Nicht mal im Traum denke ich daran nach zu lassen, nicht
jetzt. »Verdammt lass das! «, schreie ich ihn noch mal an, bevor ich aus
der Tür verschwinde.

Ich komme rein. Endlich zu Hause, weg von
diesem Tag, weg von Raze. Ich setze mich auf das Sofa, presse die Lippen
aufeinander und starre vor mich hin. Mir schießen die Bilder durch den
Kopf, die mir während meines Anfalls erschienen sind. Mir schießen die
Tränen in die Augen. Das alles scheint mich zu erdrücken, mich zu
vergraben. Warum passiert das immer wieder? Was habe ich getan, damit
ich das verdient habe? Kann ich nicht einfach weiterleben, ohne dass
mich meine Vergangenheit immer wieder einholt? Ich sitze da und weine,
Massen an Tränen laufen mir über die Wange. Ich fühle mich so hilflos
und verletzlich. Über die Jahre habe ich mir einen Panzer aufgebaut,
aber nun scheint er zu bröckeln und ich kann nicht abstreiten, dass es
an Raze liegt. Er bringt mein wahres Ich an ans Licht.
Ich weiß
nicht wie lange ich so da sitze, aber es muss eine Weile sein, denn auf
einmal Klingelt es. Ich zucke leicht zusammen und sehe zur Tür. Schnell
wische ich über mein Gesicht und hole tief Luft, warte kurz bis ich mich
wieder im Griff habe und gehe dann zur Tür. Schon bevor ich die Tür
aufmache, weiß ich dass es Raze ist. Ich sehe ihn und lehne mich in den
Türrahmen. »Was ist? «, frage ich kalt. Er mustert mich, ich habe
Angst, dass er sieht dass ich geweint habe. »Ich wollte sicher gehen
dass es dir gut geht und du zu Hause angekommen bist. « Ich stöhne
genervt. Was hat er nur andauernd? »Na ich bin ganz sicher nicht
umgekippt auf den Weg hier her. « Er zurück lässig die Schultern und
geht auf meine Schnippigkeit nicht ein. »Man kann ja nie wissen. «
»War´s
das dann jetzt? «, will ich wissen und sehe ihn fragend an. Ich kann es
gar nicht erwarten ihm die Tür vor der Nase zu zuschlagen.
»Ja. «
»Na dann kannst du ja gehen. «
»Okay.
Ähm, bis dann. « Man sieht ihm an, dass er gehofft hat rein zu kommen,
aber ohne Protest dreht er sich um und entfernt sich langsam vom Haus.
Ich sehe ihm nach. Er bewegt sich wirklich sehr langsam und mit
hängendem Kopf. Macht er das mit Absicht? Bei diesem Anblick macht sich
wieder mein schlechtes Gewissen breit. Wie schafft er das nur immer? Ich
beiße mir auf die Lippe. Ach Scheiß drauf. »Warte. «, rufe ich ihm
schnell nach, wobei ich wahrscheinlich noch eine Stunde hätte warten
könne, bis er dann endgültig aus Sichtweite gewesen wäre. Er bleibt
sofort stehen und dreht sich um, als wenn er damit gerechnet hätte und
sieht mich fragend an. »Ja? « Ich deute nach drinnen und seufze ergeben.
Ich kann einfach nicht wiederstehen. »Willst du rein kommen? « Er
überlegt kurz und nickt dann und lächelt zufrieden. »Ja. « Ich höre
seine Antwort, gehe zur Seite, halte ihm die Tür auf und warte darauf
dass er rein kommt. Er kommt wieder auf mich zu, diesmal schneller, also
ist er definitiv mit Absicht langsamer gelaufen und ich bin darauf
reingefallen. Er geht an mir vorbei, rein ins Wohnzimmer. Ich gehe ihm
nach und schließe die Tür hinter mir. Im Wohnzimmer angekommen sehe ich
dass er unbeholfen im Raum steht, anscheinend hätte er nicht gedacht so
weit zu kommen. Ich deute auf das Sofa. »Setzt dich ruhig. Willst du was
essen oder trinken? «
»Nein danke. « Er setzt sich aufs Sofa und
lächelt mich an. »Sicher? «, will ich wissen, denn ich bin etwas
überfragt was ich jetzt mit ihm machen soll. »Ja ich bin mir sicher. «
Na sehr toll, er könnte mir ruhig etwas entgegen kommen. Lässig zucke
ich die Schultern und lasse mich neben ihm auf das Sofa fallen und lehne
mich an. Wir sitzen ein paar Sekunden so da, ohne dass jemand etwas
sagt. Ich überlege was ich jetzt zu ihm sage und platze dann mit dem
erst Besten raus was mir einfällt. Ich drehe meinen Kopf zu ihm. »Tut
mir Leid wegen vorhin. Ich weiß ich war eine Kratzbürste. « Mir tut
nicht alles leid, aber es gibt Sachen, die ich nicht hätte sagen sollen.
Er wollte nur helfen, das weiß ich. Er winkt ab. »Ach schon gut. Du
warst angepisst, kann ich verstehen. « Er lächelt wieder. Er scheint nur
zu lächeln, durchgehend. Ich mag es, es macht ihn aus. Immer wenn er es
tut, scheint sich etwas in mir zu regen. »Wirklich? « Ich will sicher
gehen. Ich weiß selber nicht warum, aber es ist mir wichtig was er
denkt, auch wenn ich immer noch etwas sauer auf ihn bin und auch nicht
grade die nett zu ihm war. Er nickt und sieht mich immer noch an. »Ja. «
Mehr brauche ich nicht, denn ich glaube ihm.
Das Thema ist äußerst
beklemmend, also versuche ich es zu wechseln. »Danke wegen heute, wegen
dem Rummel. « Es hat zwar nicht gut geendet, aber es war bis zu dem
Gruselkabinett das schönste was ich seit langem erlebt habe. »Jeder Zeit
wieder. «, entgegnet er. Ich sehe in seine Augen und habe das Gefühl
darin zu versinken. Schnell sehe ich weg, als ich mich selber dabei
erwische. Bei ihm darf ich keine Fehler machen, das weiß ich. Ich muss
aufpassen was ich sage und mache. Schnell sehe auf meine Hände. Er lässt
sich davon nicht beirren und sieht mich weiterhin an, hat das
irgendetwas zu bedeuten? »Sollten wir irgendwann noch Mal auf den Rummel
gehen, dann lassen wir das Riesenrad weg, ja? « witzelt er rum und
lächelt dabei immer noch sein unglaubliches Lächeln. Ich sehe wieder zu
ihm auf und sehe es. Ich habe gedacht Lucas´ Lächeln sei schon
außergewöhnlich, aber seins kann ich noch nicht einmal beschreiben.
Unwillkürlich muss ich leicht zurücklächeln.
»Und Lucas auch. «,
ergänze ich. Lucas ist zwar alles was ich habe, aber ihn mitgenommen zu
haben war definitiv ein Fehler. Ich lache leicht und er fällt in mein
Lachen ein. »Einverstanden. « Klar ist er einverstanden, es war ja nicht
zu übersehen, dass er ein Problem mit ihm hatte, oder immer noch hat
und das gleiche gilt für Lucas. »Und ich denke mal das Gruselkabinett
auch. « Ich weiß dass das für ihn und auch für mich ein schwieriges
Thema ist und ich habe Angst, das er wieder meine Anfälle anspricht,
aber ich habe den drang es aus zusprechen. »Ja wäre wohl besser. «,
stimmt er mir zu und macht eine kurze Pause. »Ach und Achterbahn kannst
du auch vergessen. «
»Wieso? « frage ich ernsthaft interessiert.
»Die
Teile sind auch recht hoch und dann geht es auch noch teilweise steil
runter. « Er schüttelt sich leicht bei der Vorstellung. »Allein schon
der Gedanke lässt mich schreiend weg rennen. « Ich lächle ihn breit an.
»Du bist echt ein Softie was? «, ziehe ich ihn leicht auf. Es macht
Spaß ihn damit aufzuziehen, bemerke ich. Es gibt mir etwas
Selbstbewusstsein zurück, zu wissen dass er auch vor etwas Angst hat.
Raze zuckt die Schultern. »Wenn es um die Höhe geht …« Er nickt
übertrieben. »Da bin ich ein kleines Mädchen. « Er grinst und ich grinse
zurück. Ich kann mir einen Kommentar nicht verkneifen. »Na ja, selbst
die sind mutiger. «
»Dafür laufen die vor Spinnen weg. «
»Nein ich
nicht. «, verbessere ich ihn gespielt stolz und richte mich etwas auf
um größer zu wirken. »Du bist ja auch kein kleines Mädchen mehr. «
»Woher
willst du das denn wissen? Du weißt doch gar nicht wie alt sich bin. «
Er mustert mich eingehend. »Na ja, aber du siehst älter als 10 Jahre
aus, also bist du nicht wirklich klein. «
Ich hebe die Schultern etwas an und nehme die Hände zu einer fragenden Geste hoch.
»Wer weiß, wer weiß? «
»Nur
du. «, entgegnet er und grinst wieder. »So sieht es aus. « Er sieht
mich einfach nur an und sagt nichts mehr. Es verunsichert mich.
Krampfhaft suche ich nach etwas was ich sagen kann, aber mir fällt
nichts ein. Unbeholfen sehe ich wieder auf meine Finger. Ich kann seinem
Blick einfach nicht standhalten und es ärgert mich, da ich nicht weiß
warum. Was ist so anders an ihm? Normalerweise habe ich mit Männern doch
auch kein Problem, im Gegenteil. Ihnen gegenüber bin ich selbstbewusst
und taff, aber bei ihm ist es etwas anderes. Auf einmal fühle ich mich
merkwürdig befangen. Es ist lange Zeit her als ich mich das letzte Mal
so gefühlt habe. Ich hasse dieses Gefühl und eigentlich müsste ich ihn
hassen, weil er schon viel zu viel von mir weiß und mich schwach macht,
aber ich kann es nicht.
Auch er sagt nichts. Ich habe das Schweigen
satt, also gebe ich mir einen Ruck und sehe ihn wieder an. »Hast du
eigentlich eine Freundin? « Er scheint etwas überrascht über meine
plötzliche Frage, lächelt aber und schüttelt dann den Kopf. »Nein, und
du? Bist du mit diesem Lucas zusammen? «
Ich bin froh dass er darauf
eingeht, runzle aber die Stirn wegen seiner Antwort. »Mit Lucas? «
Allein die Vorstellung finde ich absurd. Ich schüttle ebenfalls den
Kopf. »Gott nein. « Er lacht daraufhin leicht. »Hätte ja sein können. «
»Ja
wahrscheinlich, aber wirklich nicht. Ich bin für ihn wie eine Schwester
und umgekehrt. Das wäre für uns beide komisch. « Ich habe wirklich noch
nie darüber nachgedacht und ich bin mir sicher Lucas auch nicht. Wir
waren nie mehr als Freunde und werden wahrscheinlich auch nie mehr sein
und das ist auch gut so. Er lächelt. »Man kann ja nie wissen. « Jetzt
lache ich auch. »Doch ich schon. «
Er verdreht die Augen. »Ich mein ja auch für Außenstehende. «
»Achso,
na dann. « Ich mache wieder eine Pause. Wieder geht mir der
Gesprächsstoff aus. »Sicher dass du nichts trinken willst? «, versuche
ich es noch mal, in der Hoffnung das er diesmal ja sagt und ich dann
etwas zu tun habe. Raze überlegt kurz, scheint dann aber zu merken wie
verzweifelt ich bin, denn er sagt: »Na ja, jetzt vielleicht schon. « Ich
seufze erleichtert auf und grinse ihn an. »Puh, zum Glück. « Ich stehe
auf und gehe in die Küche und durchwühle die Schränke nach etwas zu
trinken. Meine Küche ist nicht wirklich gut ausgestattet. Ich kann froh
sein, wenn ich tagsüber hier etwas zu Essen finde, denn meistens esse
ich im Pub und gehe dementsprechend auch nicht einkaufen. Nach ein paar
Sekunden intensiver Suche finde ich noch ein paar Flaschen Sprite und
eine Tüte Chips. Bevor ich sie mit ins Wohnzimmer nehme sehe ich aufs
Verfallsdatum, was zu meiner Erleichterung noch in Ordnung ist.
»Hier
die habe ich noch gefunden. «, verkünde ich fröhlich, als ich wieder im
Wohnzimmer bin und schmeiße ihm die Tüte Chips zu, die er mit
Leichtigkeit auffängt. Ich lasse mich wieder neben ihn fallen und gebe
ihm eine Flasche Sprite, die andere stelle ich auf den Tisch. Er nimmt
die Sprite entgegen und liest sich nebenbei die Chipstüte durch.
»Paprika. «, bemerkt er und grinst, dann widmet er sich seiner Flasche.
»Danke. « Er schraubt sie auf und trinkt einen Schluck. Ich ziehe meine
Beine aufs Sofa und setze mich im Schneidersitzt hin, dann nehme ich ihm
die Chips wieder weg und lege sie zwischen meine Beine und reiße sie
auf. Ich nehme mir eine Handvoll und stopfe sie mir in den Mund. Es
interessiert mich nicht ob das vielleicht unsexy aussieht, oder mache
mir Gedanken über meine Figur. Ich habe genug Selbstbewusstsein, damit
mir das egal sein kann. Er nimmt sich ebenfalls ein paar Chips und isst
sie. Aus dem Augenwinkel kann ich sehen, dass er mich ansieht und
merkwürdig anlächelt. Ich drehe meinen Kopf zu ihm und nehme mir dabei
wieder eine neue Handvoll voll Chips. »Was ist? « Er sieht mich fragend
an, er scheint gar nicht gemerkt zu haben wie er mich angeguckt hat.
»Nichts was sollte sein? « Sein lächeln verschwindet schlagartig. Ich
zucke die Schultern. »Keine Ahnung, aber du lächelst so dämlich. «,
bemerke ich unzensiert, grinse ihn an und esse noch mehr Chips. Er lacht
leicht, aber etwas leicht Nervöses liegt darin. »Tu ich öfters. « Ich
falle in sein Lachen ein. »Ah Okay, gut zu wissen. « Ich wische mir die
Hände an meiner Hose ab und greife dann wieder in die Tüte. Er nickt und
lächelt dann übertrieben dümmlich. Ich weiß dass er das mit Absicht
macht und kriege einen Lachanfall. Ich verschlucke mich, fange an zu
husten und klopfe mir auf die Brust um meinen Hals zu beruhigen. Raze
nimmt die Flasche Sprite vom Tisch und reicht sie mir, aber ich winke
ab, da ich mich langsam wieder beruhige. »Und was machst du Morgen?
Außer Arbeiten? «, will er wissen. »Nichts wahrscheinlich. «, antworte
ich ihm mit kratziger Stimme. Meine Augen sind von dem Husten etwas
glasig. »Ist ja nicht grade viel. «
»Na ja, Ich bin alle wenn ich
nach Hause komme. «, erkläre ich. Warte mal. Arbeit? Arbeit! Ich sehe
ihn erschrocken an. »Wie spät ist es? «, frage ich ihn panisch. Er
fischt sofort sein Handy aus seiner Tasche und guckt auf die Uhr. »17
Uhr. « Scheiße. Ich fange an laut zu fluchen:
»Verdammte Scheiße. «
Ich springe auf, nehme meine Tasche von einem Stuhl und werfe alle
Sachen rein die ich finden kann. Raze bleibt verwirrt sitzen und sieht
mir nach. »Was ist los? «
»Ich hätte schon seit zwei Stunden auf
Arbeit sein müssen. Misst verdammt. «, fluche ich weiter. Wie konnte
ich das vergessen? Ich kann froh sein wenn mich mein Chef nicht
rausschmeißt.
Ich schmeiße meine Tasche über die Schulter und haste
zur Tür und rufe Raze grade noch zu, bevor ich raus stürme: »Du kannst
bleiben wenn du willst, fühl dich wie zu Hause. « Ich höre seine Antwort
nicht mehr, denn ich bin schon durch die Tür, auf den Weg zur Arbeit.
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