Das Blut der Unsterblichen

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 Kapitel 59 – Weiter Leben

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Luzifer McCanly
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BeitragThema: Kapitel 59 – Weiter Leben   Mi Feb 27, 2013 9:34 pm

Kapitel 59 – Weiter Leben

Der erste Gang führt mich ins Bad. Ich reiße mir das Shirt vom Leib und dusche, wie lange weiß ich nicht, aber lange genug das meine Haut anfängt zu schrumpeln. Mein Körper ist Wund und schmerzt bei jeder Bewegung. Immer wieder muss ich an das denken was Raze getan und gesagt hat. Ein Teil von mir empfindet Genugtuung gegenüber dem Mann der mich angefasst hat, aber ein anderer Teil und ich weiß nicht ob der Teil größer oder kleiner ist, empfindet einfach nur entsetzen. Ich habe schon viel gesehen und auch schon selber getan, aber jemanden so zu sehen den ich liebe und dem ich vertraue schmerzt mich. Ich verstehe wieso Raze das getan hat, denn ich wüsste nicht wie ich gehandelt hätte, wäre es umgekehrt gewesen, trotzdem zittere ich wenn ich an den Dolch in seiner Hand denke, der langsam durch das warme Fleisch des Mannes gleitet. Dieser Mann, der da lag, das war nicht mehr Johnny. Johnny war ein Arschloch und ein Vergewaltiger, aber der Mann, war einfach nur ein Opfer von sich selbst. Mit zitternden Händen drehe ich das Wasser ab und steige vorsichtig aus der Dusche. Ich traue mich nicht in den Spiegel zu gucken, aus Angst eine andere Person darin zu sehen, eine Person die zugesehen hat wie ein anderer stirbt. Ich ziehe mir ein lockeres, langärmeliges Kleid an und dazu eine Leggins die die Blessuren an meinen Beinen verdeckt und gehe anschließend in die Küche. Wie mechanisch mache ich die Herdplatte an, stelle ein Topf darauf und fange an zu kochen. Ich muss wieder zur Normalität zurückkehren. Das alles hatte ich schon oft genug. Es bringt nichts sich zu Hause zu verstecken und den ganzen Tag nur zu weinen. Ich muss weiterleben, wie immer. Bei jeder Bewegung habe ich das Gefühl zu zerreißen und noch immer merke ich das Eisenkraut was durch meine Adern fließt. Ich koche eine Tomatensuppe, das einzige was ich wirklich kochen kann und stelle den Topf, als sie fertig ist zur Seite um zu ziehen. Raze ist noch immer nicht da, aber darum mache ich mir keine Gedanken, schließlich brauch man sicher eine Weile um eine Leiche zu beseitigen. Ich erschaudere bei dem Gedanken. Das alles ist nicht richtig.
Langsam schleppe ich mich ins Wohnzimmer, setze mich aufs Sofa und ruhe mich zum ersten mal aus. Meine Muskeln fangen an sich zu entspannen und das ist ein gutes Gefühl.
Als es klopft kann ich nicht sagen wie lange ich schon so dasitze, aber sicher mehr als eine Stunde. »Die Tür ist offen. «, rufe ich mit kratziger Stimme und erschrecke mich selber vor ihrem Klang. Sie hört sich beinahe normal an. Eine Stimme von einer normalen Frau. Ich habe extra die Tür offen gelassen damit ich nicht aufstehen muss um sie Raze zu öffnen. Raze lässt sich das nicht zwei mal sagen und steht innerhalb von ein paar Sekunden im Raum. An seinen Händen und Gesicht klebt Blut und dem Geruch nach zu urteilen auch an seinen Klamotten. Was beiläufig wischt er sich über Gesicht, wahrscheinlich um es zu säubern, verteilt das Blut aber nur noch mehr. Er sieht mich an. Sein Blick ist ruhig und gelassen. Wäre das Blut nicht, würde niemand auf die Idee kommen, das er grade einen Menschen umgebracht hat. »Ich habe dir eine Suppe gemacht. « Meine Stimme ist freundlich, sowie das Lächeln was ich ihm schenke. Ich lasse mir die Schmerzen, das was passiert ist oder die Tatsache wie schockiert ich über ihn bin, nicht anmerken. Auch er lächelt und hat eine perfekte Miene aufgesetzt. »Was denn für eine? «
»Tomatensuppe, das ist die einzige die ich kann. « Sein Lächeln wird breiter. »Das ist meine Lieblingssuppe. « Ich muss beinahe lachen, weil das Gespräch so banal ist, lasse es aber weil ich weiß das es alles kaputt machen würde. Wie selbstverständlich greife ich zur Fernbedienung und schalte den Fernseher an. »Sie steht in der Küche, aber geh vorher duschen. « Ich sehe ihn nicht an während ich das sage und ohne Widerrede dreht er sich um und geht ins Bad. Wenige Sekunden später höre ich das rauschende Wasser aus dem Duschkopf. Es beruhigt mich etwas und lässt mein rasendes Herz langsamer schlagen. Während ich auf ihn warte sehe ich zum Fernseher, jedoch ohne mit zu kriegen was dort läuft. Meine Gedanken laufen Amok und ich versuche sie im Zaum zu halten, aber vergebens. Raze reißt mich aus meinem Trauma, als er wenige Minuten später, nur mit einer Boxer bekleidet im Raum steht. Erst jetzt fällt mir ein das er hier gar keine Wechselsachen hat. Ich stehe auf, darauf bedacht so normal wie möglich zu laufen und gehe an meine Kommode um alte Sachen von Lucas raus zu fischen die er mal hier vergessen hat. Ich werfe sie Raze zu, der sie locker auffängt. »Hier, die kannst du erst ein mal anziehen. « Langsam laufe ich wieder zurück zum Sofa und setze mich vorsichtig auf die Polster, während ich Raze beim anziehen zu sehe.
»Von wem sind die Sachen? «, fragt er mich und sieht an sich runter. Es ist nur eine schlichte Jeans und ein weißes Muskelshirt, was sein Oberkörper gut zu Geltung bringt, da es hauteng anliegt. »Die Sachen hat ein Typ mal hier vergessen. « Ich weiß das er Lucas nicht mag und entscheide mich deshalb dafür ihm nicht die Wahrheit zu sagen. Schließlich kann er eine fremde Person nicht hassen, oder doch? Nach alles was heute passiert ist, bin ich mir nicht mehr so sicher. Raze schluckt die Story und nickt. Ohne ein Wort zu sagen geht er in die Küche und holt sich eine Schale von der Suppe die ich für ihn gemacht habe und lässt sich dann neben mich auf das Sofa fallen. Ich sehe ihm zu wie er isst und merke das er angespannt ist. Kann ich ihm das verübeln? Wohl kaum. »Schmeckt es? « Er dreht den Kopf zu mir und Lächeln. »Ja, sie ist spitze. «
»Das freut mich. « Meine Suppe ist wahrscheinlich das einzig Gute an diesem Tag.
Schneller als ich gedacht hätte hat er die Suppe aufgegessen, wahrscheinlich weil sie zur Abwechslung wirklich mal geschmeckt hat. Er steht auf und verschwindet in die Küche, wahrscheinlich um sie ab zu waschen und setzt sich, als er wieder kommt, wieder neben mich. Ich lehne mich zurück in die Kissen und starre nach Vorne. Die Stille zwischen und beiden ist erdrückend und ich weiß nicht wie lange ich das noch aushalte. Ich brauche ihn mehr denn je und es bedeutet mir viel das er her gekommen ist, aber ich wünschte mir, er würde mit mir reden. Nicht über das was passiert ist, aber über etwas anderes. Ich will einfach nur seine Stimme hören. Zögernd strecke ich meine Hand nach ihm aus und ergreife seine Hand. Seine Haut ist warm, wie immer. Sie hat etwas tröstendes an sich. Ich drücke sie fest, klammere mich fast schon an sie, aber ihn scheint es nicht zu stören, denn er erwidert den Druck leicht. Ohne Vorwarnung rutscht er zu mir ran, legt einen Arm um mich und durch mich an sich. Ich ziehe seinen Duft in mich ein und bin erleichtert als er nach Raze riecht und nicht nach Blut. Keiner von uns beiden sagt etwas und es wäre auch überflüssig. Was sollte man jetzt auch noch sagen? Es reicht mir wenn er mich im Arm hält und mir zeigt das er für mich da ist. Ich lege meinen Kopf an seine Brust und spüre wie er seinen an meinen legt. Er sieht mich nicht an, sieht genauso wie ich zum Fernseher und darüber bin ich froh. Ich würde es nicht aushalten wenn er meinen Körper nach Verletzungen absuchen würde. Tränen steigen mir in die Augen, auch wenn ich nicht wirklich weiß wieso. Erschöpfung? Erleichterung? Trauer? Schmerz? Ich hole tief Luft um sie zu vertreiben und klammere mich nur noch mehr an Raze fest. Immer wieder atme ich tief durch und schließe die Augen. Mein Körper fängt an leicht zu zittern und ich verfluche ihn dafür. Wieso verrät er mich so? Raze wartet ja so schon darauf das ich jeden Moment aufspringe und durch drehe, da macht es das nicht grade besser. Es fühlt sich an, als müsste ich explodieren, aber ich weiß das ich mir das nicht leisten darf. Wenn ich meinen Gefühlen nachgebe komme ich nie wieder auf die Beine, ich würde als Häufchen Elend in der Ecke enden und das will ich mir und Raze nicht antun. Ich spüre wie Raze etwas weiter runter rutscht, um mich so besser in den Arm nehmen zu können. Seine Nähe ist tröstend und ich danke Gott dafür das ich ihn habe. »Es tut mir leid. «, flüstere ich leise. Ich habe ihn in das alles mit rein gezogen. Wegen mir hat er einen Menschen umgebracht. Wäre ich nicht so blöd gewesen wäre all das nie passiert. Er bewegt den Kopf leicht und ich weiß, auch ohne ihn an zu sehen, das er mich verwirrt mustert. »Was tut dir leid? «
»Alles. Das heute. Das gestern. « Meine Stimme ist immer noch leise. Würde ich lauter sprechen würde sie brechen und ich würde anfangen zu weinen und das will ich um jeden Preis vermeiden.
»Aber dafür kannst du doch nichts. «, beruhigt er mich mit sanfter Stimme. Ein lautes seufzen entweicht meiner Kehle.
»Ich weiß, aber ich hätte heute nicht hingehen sollen. Das ist meine Schuld. « Ich spüre wie Raze den Kopf schüttelt. »Es ist nicht deine Schuld. « Eine lange Pause setzt ein, ehe er mit leiser, vorsichtiger Stimme weiter spricht. »Aber du hättest auch telefonisch kündigen können. « Ich höre den leichten Vorwurf in seiner Stimme, kann es ihm aber nicht verübeln, trotzdem versuche ich mich zu verteidigen. »Bei meiner Einstellung meinte er das ich nur kündigen kann wenn ich selber hingehe. « Wahrscheinlich war das seine Masche. Ich kann mir nicht vorstellen, das ich die einzige bin die er mit dieser Art zu sich gelockt hat. »Ich weiß, ich bin dämlich. Ich hätte auf dich hören sollen. Ich wusste das du das nicht gut findest und trotzdem bin ich hingegangen. Ich habe es verdient. « Ich bin überrascht das meine Stimme so gut durchhält und so gut wie gar nicht abbricht. Zum ersten mal sehe ich wieder zu ihm auf und begegne seinem ungläubigen Blick. »Du hast es nicht Verdient. Wie kommst du nur darauf? « Meine Augen werden wieder feucht. »Weil man meinen sollte ich habe aus meiner Vergangenheit gelernt und trotzdem mache ich immer wieder diese Fehler. « Raze schüttelt bestimmt den Kopf. »Und trotzdem hast du das nicht verdient. « Ich lächle ihn müde an. Er sagt immer nur das selbe, ohne Argumente zu bringen. Er weiß das das was ich sage stimmt. Ich lege meinen Kopf wieder auf seine Brust und starre auf den Fernseher. »Du hättest ihn nicht so zurichten dürfen. « Er brauch nicht nachfragen wen ich meine, denn das ist klar. Sofort spannt er sich an, was ich deutlich spüre. »Er hat es verdient. «, bringt er nur aus zusammengepressten Zähnen hervor. Langsam schüttele ich den Kopf. »Nein, hat er nicht. « Meine Stimme ist ruhig und das überrascht mich selber. Er erschaudert. »Hat er nicht. Hat er doch. «, murmelt er eher für sich, als für mich. Anscheinend zweifelt auch er daran. »Ich bin froh das du nicht alles gesehen hast. «, sagt er dann wieder etwas lauter und ich antworte ihm, ohne lange drum herum zu reden. »Ja, ich auch. Das was du getan hast war furchtbar. «
»Ich habe ihn auseinander genommen wie ein totes Tier. « Seine Stimme ist leer und klingt gar nicht mehr nach ihm, nach meinem Raze und das schmerzt mich, denn ich weiß das ich daran Schuld bin. Ich kneife die Augen zusammen, auch wenn ich weiß, dass das nichts bringt. »Hör auf, bitte. Ich will das nicht hören. « Er verstummt und sagt kein Wort mehr. Noch immer ist sein Körper angespannt. Wir sitzen lange so da, ohne das jemand von uns etwas sagt, aber da ist etwas was ich ihm unbedingt sagen muss. Es ist mir schon heute Nacht aufgefallen, als Johnny mich das erste mal vergewaltigt hat. Seit ich ein Vampir bin spüre ich meinen Körper, jede Zelle und jede Veränderung. Ich wollte es erst nicht wahr haben, aber spätestens seit jetzt weiß ich, das es stimmt. Ich bin schwanger, aber wie soll ich das Raze beibringen? Soll ich es ihm überhaupt sagen? In Gedanken schüttele ich den Kopf. Natürlich muss ich es ihm sagen. Er hat ein Recht darauf und er hat ein recht darauf zu erfahren das ich es nicht behalten werde. Stumm zähle ich bis drei und versuche mich zu beruhigen. Besser ich bringe es jetzt hinter mich. »Raze? « Selbst ich merke wie ängstlich ich klinge. Sofort sieht er zu mir runter. »Ja? « Ich rücke nicht gleich mit der Wahrheit raus, sondern versuche es ihm erst ein mal zu erklären. Mein ganzer Körper verkrampft sich und sträubt sich dagegen es ihm zu sagen, aber ich halte dagegen. »Seit ich ein Hybrid bin nehme ich alles intensiver wahr. Auch meinen Körper, den sogar besonders intensiv. Ich fühle wie das Blut in meinen Andern fließt, ich spüre wie ein Herz schlägt und ich spüre jede Bakterie in mir. Jede Veränderung, wie klein sie auch ist, kriege ich sofort mit. « Nun wird auch Raze unruhig, oder besser noch unruhiger als er eh schon war. »Was ist los? «, fragt er nervös und ich merke förmlich wie er sich innerlich auf das schlimmste gefasst macht. Ich schürze die Lippen und klammere mich unwillkürlich noch fester an ihn. »Ich bin schwanger. « Ich nuschle es eigentlich nur, bin mir aber sicher das Raze es verstanden hat. Er atmet hörbar aus, was mir sagt das er die Luft angehalten hat. »Bist du dir sicher? «, fragt er vorsichtig und ich nicke ihm zur Antwort. Endlich fange ich an zu weinen. Reflexartig zieht mich Raze näher an sich, achtet aber drauf mir nicht weh zu tun. »Und was jetzt? Was hast du vor? « Er ist ruhig und behält die Fassung. Ich weiß das er das nur für mich macht. Er sieht das ich jetzt jemanden brauche der mich hält und mir die Kraft gibt das alles durch zu stehen. »Ich werde das Kind nicht bekommen. «, sage ich mit fester Stimme, die auch mich überrascht. Wieder spannt er sich an. »Abtreiben? « Er schüttelt bestimmt den Kopf und ich halte mit einem Nicken dagegen. »Es wäre nicht das erste mal. « Ich wurde mein Leben lang missbraucht und meine Schänder hielten nicht besonders viel von Verhütung. Mir blieb nichts anderes übrig als das zu tun was ich getan habe. Ich war alleine, hatte kein Geld und keine Perspektive und jetzt bin ich psychisch einfach nicht in der Lage und erst recht nicht wenn das Kind von deinem Mann wie Johnny ist. Raze spannt sich noch mehr an und zerquetscht mich damit fast in seinen Armen. Immer wieder schüttelt er den Kopf. Es ist offensichtlich was er über Abtreibung denkt. »Raze, lass mich los. Du tust mir weh. « Sofort lässt er mich los und sieht mich traurig und reuevoll an. »Tut mir leid. « Besänftigend schüttle ich den Kopf während ich meine schmerzenden Arme reibe. »Schon gut, aber meine Entscheidung steht fest. Ich habe keine andere Wahl. « Wieder schüttelt Raze verneinend den Kopf. »Doch die gibt es. Es gibt Babyklappen. « Ich sehe ihn traurig an.
»Und dann Raze? Ich weiß noch nicht mal was es wird. Mensch? Vampir? Werwolf? Vielleicht alles zusammen. « Ich schüttele den Kopf, so wie er die ganze Zeit. »Nein, ich will und ich werde nicht. « Raze sieht mich an als wäre ich verrückt. »Gib ihm doch wenigstens erst ein mal die Chance. Wir werden ja sehen was es wird, aber Lebewesen ist Lebewesen. « Ich sehe ihm fest in die Augen. »Ja, Raze. Lebewesen ist Lebewesen. Johnny war auch eins. « Raze lässt sich davon nicht beeindrucken.
»Ja, aber er hat gelebt. Er war widerlich und war für seinen Tod selbst verantwortlich. Er hatte eine Chance. « Mein Atem geht schnell die Unterhaltung laugt mich aus. Ich weiche seinem Blick aus und sehe zum Fenster. »Wir reden nicht mehr darüber. « Raze verstummt und so bin ich mit meinen Gedanken alleine. Es schmerzt mich das er mich nicht unterstützt, oder das er mich nicht versteht. Er kann doch nicht verlangen das ich das Kind meines Vergewaltigers zur Welt bringe. Ist ihm denn egal wie es mir dabei geht? Denkt er denn mir fällt das leicht? Mit Sicherheit nicht. Ich hätte ihm das niemals sagen sollen. Er hätte es niemals raus gefunden und das wäre auch gut so gewesen. Wir sitzen getrennt voneinander, so das ich seine Wärme nicht mehr spüre. Sie fehlt mir, denn sie hat etwas tröstendes an sich und Trost ist das was ich jetzt brauche, aber ich traue mich nicht mehr ihn an zu fassen, aus Angst er weicht zurück und damit könnte ich nicht umgehen. Gedankenverloren lege ich mir eine Hand auf den Bauch und streiche darüber. Auch wenn ich spüre das dort etwas ist, kann ich es mir nicht vorstellen. Wie oft habe ich es denn schon gemacht? Ich weiß es nicht und ich will es auch gar nicht wissen, denn jedes Mal war grausam. Das in mir, das ist nicht mein Kind. Es ist sein Kind und ich bin nicht bereit es für ihn aus zu tragen. Für einen kurzen Moment sehe ich rüber zu Raze und sehe das er sich schon wieder etwas entspannt hat. Mein Körper fühlt sich schwer an und es kostet mich Kraft meine Lider offen zu halten. Ich sehe an mich runter und sehe mein Kleid an, was ich nur angezogen habe um die Illusion zu erwecken, das alles in Ordnung ist, aber ich habe keine Lust mehr irgendetwas vor zu täuschen. Langsam stehe ich auf und hole mir ein langes, weißes Shirt heraus, die Hand immer noch auf meinen Bauch. Raze Blicke folgen mir durch den Raum, aber ich tue so, als wenn ich es nicht merken würde und gehe ins Badezimmer. Normalerweise würde ich mich vor ihm umziehen, aber jetzt schäme ich mich wegen meinem zustand und entscheide mich lieber dafür alleine zu sein.

Ich stehe nackt vor dem Spiegel, habe nur noch meinen Slip an und betrachte mich. Noch immer habe ich die Hand auf meinen Bauch und streiche wie mechanisch darüber. Mein Körper ist übersät mit Blutergüssen die in allen möglichen Farben schimmern. Wenn Raze mich so sehen würde, würde er mich nie wieder anfassen, aber was rede ich da? Er wird mich auch so nie wieder anfassen. Selbst ich ekle mich vor mir selber. Ich unterdrücke die Tränen die mir in die Augen zu schießen beginnen. Wieso muss ich immer weinen? Kann ich nicht ein mal stark sein? Dieses verdammte Eisenkraut. Hätte er nicht gewusst wer ich bin, oder besser was ich bin, dann hätte er dieses Zeug nie benutzt. Ich wäre viel stärker als er gewesen und hätte mich wehren können, aber so war ich einfach nur eine Puppe die er ficken konnte wie es ihm gefällt. Ich seufze laut auf und stelle mich seitlich hin und betrachte meinen Bauch. Sanft liebkose ich ihn, eher aus Reflex, als es wirklich zu wollen. Ich als Mutter. Ich versuche mir das vorzustellen, schüttele aber gleich wieder den Kopf, weil es einfach nicht zusammen passt. Wie könnte ich für ein Kind sorgen, wenn ich noch nicht mal für mich selber sorgen kann? »Es tut mir leid. «, sage ich leise, fast flüsternd zu dem kleinen Ding in meinem Bauch was gar nicht zu existieren scheint. »Ein anderer Mann, eine andere Zeit, andere Umstände und eine andere Mutter und dich würde es vielleicht geben. « Mein Blick wandert zu dem Kleinen Tisch, auf dem mein Schminkzeugs liegt und dann genauer zu meinem Schminkpinsel, der seinen langen, spitzen Stil hat. Wieder steigen mir Tränen in die Augen. Noch nicht. Weiteren Schmerz würde ich jetzt einfach nicht aushalten. Ich wende mich vom Spiegel ab, greife das Shirt was ich mir rausgesucht habe und ziehe es mir über. Einen kurzen Augenblick überlege ich die Leggins weg zu lassen, entscheide mich dann aber dagegen. Raze ist schon gestresst genug, da soll er nicht auch noch meinen schlechten Zustand sehen, auch wenn er ihn weiß, ihn zu sehen ist noch ein mal etwas ganz anderes. Ich ziehe mir so schnell es meine Verletzungen zu lassen die Leggins an und gehe zurück ins Wohnzimmer. Raze sitzt noch immer auf dem Sofa und sieht fern, obwohl ich weiß das er kaum auf das Geschehen achtet. Ich setze mich zu ihm, lasse aber Abstand zwischen und, ziehe meine Beine an den Körper und schlinge die Arme darum. Ich rechne nicht damit das Raze etwas zu mir sagt, geschweige denn mit mir spricht, umso überraschter bin ich dann aber als ich seine Stimme höre. »Es tut mir leid. Ich hätte einfach meine Klappe halten sollen. Es ist deine Entscheidung. « Wir beide wissen wovon er redet. Überrascht sehe ich ihn an und begegne seinem Blick. Nervös spiele ich mit dem Saum meines Shirts und lächle ihn halbherzig an. Zu mehr bin ich Momentan einfach nicht in der Lage. »Nein, schon gut. Du hast ein Recht deine Meinung zu sagen und erst recht wenn es um mich geht. « Er nickt leicht und sieht mich entschuldigend an. »Es ist nur so, ich bin ein totaler Gegner von Abtreibung. « Er atmet einmal tief durch, ehe er weiter spricht. »Aber vielleicht sollte ich mich mal in dich hinein versetzen und darüber nachdenken wie ich reagieren würde. « Das Gespräch tut mir gut und ich merke wie mein Innerstes sich langsam beruhigt. Nie hätte ich damit gerechnet das Raze mich in der Sache unterstützt, auch wenn er dagegen ist. Es bedeutet mir viel und lässt das alles weniger schlimm erscheinen. Ich sehe ihn ruhig an und lächle traurig. »Wenn du an meiner Stelle wärst würdest du nicht so handeln. Du bist stärker als ich, du würdest das alles überstehen. « Aber ich kann das nicht. Eine Weile lang sieht er mich nur an, dann seufzt er. »Das ist nur eine Hülle, Luzi. Innen drin bin ich weich wie ein Gummibärchen. «
»Wenn du ein Gummibärchen bist, bin ich ein Kartoffelchip, die zerbrechen leichter. Aber das ändert nichts daran das du für Moral sehr viel anfälliger bist als ich. « Raze fängt leicht an zu lachen und sieht mich belustigt an. »Warte mal. Wie viele Menschen habe ich in den letzten zehn Monaten getötet? Ich glaube nicht das ich das beste Beispiel für Moral bin und um ehrlich zu sein bereue ich keinen der Morde. « Beschwichtigend lächle ich ihn an. Er macht sich immer schlechter als er ist. »Die Gründe wieso du es getan hast waren aber moralischer Art. « Hartnäckig schüttelt er den Kopf. »Nein, die Taten und vor allem wie ich sie durchgeführt habe war nicht richtig. Ich hätte niemanden von ihnen töten müssen und bei dem letzten hatte ich sogar Spaß. « Er meint Johnny. Jetzt weicht er meinem Blick aus und sieht nach unten. »Du musst dich dafür nicht rechtfertigen. «, sage ich sanft. »Ich habe schon schlimmeres getan und tue es auch nicht. Lass uns einfach nicht mehr drüber reden. « Endlich sieht er mich wieder an und lächelt. »Okay. « Es überrascht mich leicht, als er sich vorbeugt und mit einen leichten Kuss auf die Nasenspitze gibt. Automatisch fange ich an zu grinsen und mein Herz macht einen Satz. Was so eine kleine Geste anrichten kann, erstaunt mich immer wieder. Ich beuge mich zu ihm vor, greife in seine Haare, ziehe ihn zu mir runter und küsse ihn richtig. Sofort beugt er sich über mich und erwidert den Kuss. Ich merke wie vorsichtig er ist und bin ihm dankbar dafür. Leicht löse ich mich von seinen Lippen und sehe ihm tief in die Augen. Meine Finger kraulen leicht seinen Nacken. »Danke für alles. Ich liebe dich und werde dich immer lieben. « Ich flüstere es nur, aber ich weiß das er es versteht, denn er lächelt sofort. »Ich liebe dich auch, mehr als alles andere. « Er bleibt ernst, aber nicht lange, dann schließt er seine Augen und legt den Kopf leicht zur Seite damit ich ihn besser kraulen kann. Ich kichere leicht und küsse ihn wieder, lasse aber nicht von seinen Nacken ab. Sanft streicht er mir ein paar Haare hinters Ohr und murmelt ein weiteres mal. »Ich liebe dich. « Diesmal erwidere ich nichts darauf, sondern küsse ihn einfach weiter. Vorsichtig drückt er mich weiter runter aufs Sofa, so das ich liege und er über mir ist. Ich weiß das er sich zurückhält und bin ihm auch dankbar dafür. Das was er macht ist hart an der Grenze, von dem was ich momentan aushalte. Noch immer habe ich meine Hände in seinen Haaren und erst jetzt fällt mir ein, das er ja beim Friseur war. Ich löse mich und grinse ihn an. »Deine Haare sind schön. «
»Nicht zu kurz? « Anscheinend hat er sich darüber wirklich Sorgen gemacht. Ich schüttle immer noch grinsend den Kopf. »Nein, so sind sie perfekt. « Ich höre ein erleichtertes Aufatmen seinerseits. »Ein Glück, ich habe mir schon Sorgen gemacht. « Er lacht ein unbeschwertes, leichtes Lachen, was mein Herz erwärmt. Genau das ist es was ich jetzt brauche. Normalität und sein Lachen. »Würden mir seine Haare nicht gefallen würde ich jetzt nicht hier liegen. « Gespielt, entsetzt guckt er mich an. »Was hättest du gemacht, wenn ich mir einen Irokesen geschnitten hätte? « Ich lache laut auf. »Ich hätte dich sofort verlassen. Was denkst du denn wieso ich dich liebe? « Ich bemühe mich um eine ernste Miene, während Raze sich mit einer Hand übers Kinn fährt. »Nicht wegen meines sauber geshaveten drei-Tage-Bartes den ich gestern extra für dich rasiert habe? « Ich schüttle immer noch ernst guckend den Kopf. »Nein, tut mir leid und weißt du auf was ich so richtig stehe? « Ich warte seine Antwort nicht ab, beuge mich vor und flüstere ihm ins Ohr. »Blonde Haare. « Ich lehne mich zurück, sehe ihn an und warte auf eine Antwort, doch er sieht mich nur an. Ich rolle mit den Augen und sehe ihn neckend an. »Das ist der Moment in dem du mir sagst, das du alles an mir liebst. Wärst du letztens bei dem Film nicht eingeschlafen, wüsstest du das. « Raze sieht mich unschuldig an. »Was kann ich denn dafür das der Film so langweilig war? « Er beugt sich zu mir runter und küsst mich, aber nur um sich gleich danach wieder zu lösen. »Es gibt nichts, was ich an dir nicht liebe. « Das ist eine Herausforderung. Ich lache. »Und was ist damit das ich nicht kochen kann? «
»Das ist entschuldigt weil du selber nichts isst. « Ich lasse nicht locker und frage weiter.
»Und die Tatsache das ich Blut trinke? «
»Das ist entschuldigt weil du es zum leben brauchst. « Anscheinend weiß er auf alles eine Antwort. »Und das ich Lucas geliebt habe? « Lässig zuckt er die Schultern. »Jeder macht mal Fehler. « Laut lache ich auf. Er ist einfach unglaublich. »Du denkst also Lucas war ein Fehler? « Wie selbstverständlich nickt er. »Ja das denke ich. « Ich lege den Kopf schief und sehe ihn neugierig an. »Würdest du das selbe auch über Mia sagen? « Einen Moment lang denkt er darüber nach, dann nickt er. »Ja zum Teil war sie ein Fehler, aber nicht wegen ihr, sondern wegen mir. Verstehst du worauf ich hinaus will? « Fragend sieht er mich an, doch ich schüttele verwirrt den Kopf. »Nein, nicht wirklich. « Oder besser gar nicht. Raze scheint zu überlegen wie er es mir am besten erklärt und fängt dann an. »Von ihr aus war alles richtig, aber von mir aus war es ein Fehler. Ich hätte nie etwas mit ihr anfangen dürfen. « Er seufzt laut auf. »Ich habe sie nie geliebt. Ich glaube ich wollte nur nicht alleine sein. Ich mochte sie, aber mehr auch nicht. « Ich mustere ihn mit einem ruhigen Blick und lächle dann. »Und trotzdem bist du damals bei ihr geblieben. «
»Ich wollte sie nicht verletzen. « Nachdenklich sehe ich ihn an. »Es ist wohl alles anders gekommen als wir uns das gedacht haben. « Raze legt den Kopf leicht zur Seite und sieht mich Fragend an. Er muss die Frage nicht aussprechen, damit ich weiß was er denkt. »Na hättest du gedacht, das wir hier mal so liegen? « Gedankenverloren spiele ich mit seinen Haaren, während er mich mustert. Interessiert sehe ich ihn an. Es interessiert mich wirklich was er denkt, wo er uns beiden gesehen hat. Ein leichtes Lächeln erscheint auf seinen Lippen. »Ich habe oft daran gedacht, aber nicht daran geglaubt. « Ich schmunzle gerührt und sehe ihm weiter in die Augen. »Wo denkst du wärst du jetzt, wenn du mich nicht kennen würdest? « Er zuckt die Schultern und sieht mich planlos an. »Keine Ahnung, aber darüber brauche ich mir zum Glück keine Gedanken machen. « Sofort lächelt er wider und ich erwidere es. Ich höre auf mit seinen Haaren zu spielen, beuge mich vor und küsse ihn, aber nur leicht. Noch immer stützt er sich mit den Armen ab, was langsam ziemlich wehtun muss. Sanft packe ich seine Arme und ziehe sie weg, so das er auf mich plumpst. Ich verziehe leicht schmerzhaft das Gesicht, lächle aber sofort wieder, weil der Schmerz schnell nachlässt. Wie von selber legen sich meine Arme um seinen Nacken und meine Lippen finden ganz allein wieder seine. Leidenschaftlich küsse ich ihn und genieße seinen wärmenden Körper über mir. Raze erwidert den Kuss, aber ich spüre noch immer das er sich zurückhält. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis seine Lippen weiter zu meinem Hals wandern und ihn leicht liebkosen. Automatisch lege ich den Kopf nach hinten und lege so meinen Hals frei. Ich genieße seine Küsse und schließe die Augen. Mein Körper entspannt sich immer mehr und Raze Küsse werden immer leichter und immer weniger, bis ich eingeschlafen bin.
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