Das Blut der Unsterblichen

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Luzifer McCanly
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Anzahl der Beiträge : 12091
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BeitragThema: 1. Kapitel   Di Mai 29, 2018 12:01 pm

Kapitel 1



Mit schnellem Schritt laufe ich über den Marktplatz. Es ist erst früh am Morgen doch auf dem Platz haben sich schon allerhand Menschen versammelt um mit ihren Nachbarn zu tratschen, etwas an den zahlreichen Ständen zu essen oder einfach nur ihren alltäglichen Bummel zu machen. Es scheint als würde diese kleine Stadt in einer ständigen Zeitschleife leben. Jeder Tag ist hier wie der andere. Denke ich belustigt während ich versuche meine Papiertüten mit frischen Obst und Gemüse auf meinem Arm neu auszubalancieren, wobei mir mein Shirt etwas hochrutscht und ein Stück von meinem Bauch freilegt.
Ich ärgere mich über meine heutige Klamottenwahl die mal wieder nicht wettergerecht ausgefallen ist. Ich trage enge Stoffshorts die bei jedem Schritt etwas weiter meine Oberschenkel hochrutschen sowie ein schwarzes Shirt auf dem der Name einer Band aufgedruckt ist, die ich nicht kenne. Ich habe mir noch nie viel aus Musik gemacht.
Es ist zwar schönes Wetter und die Sonne lächelt mir ins Gesicht, trotzdem ist es ein paar Grad zu kühl für mein Outfit. Würde ich es nicht selber am eigenen Leib spüren, dann würden mich spätestens die skeptischen Blicke der Leute um mich herum daran erinnern.
Die frische Frühlingsluft bläst mir ins Gesicht und weht meine Haare, die eben noch vor meinen Schultern lagen über meinen Rücken. Ich habe es recht eilig und versuche mich wieder auf den Weg zu konzentrieren. Dabei entgehen mir jedoch nicht die flüchtigen Blicke die mir immer noch zugeworfen werden. Eine ältere Dame am Käsestand sieht mich stirnrunzelnd an und beugt sich zu der Verkäuferin herüber um ihr etwas zuzutuscheln. Obwohl ich hier die meiste Zeit ignoriert und stillschweigend toleriert werde gibt es doch immer wieder Stadtbewohner die über meine Anwesenheit nicht begeistert scheinen. Glaubt man den Worten mancher Bewohner, passe ich einfach nicht hier her. Ich bin einfach kein Mitglied dieser Familien die hier schon seit hunderten von Jahren ansässig sind, aber das ist mir egal. Solange sie nur über mich reden und mich in Ruhe lassen stört mich das nicht.
Ich versuche an meinen Tüten, die mir die Sicht auf meinen Weg versperren, vorbei zu linsen. Mit dieser Technik schaffe ich es immerhin bis zum Ende des Marktes, als mich etwas schweres von der Seite trifft. Ich verliere das Gleichgewicht und lasse meine Tüten trotz verzweifelten Rettungsversuchen fallen. Sämtliches Obst und Gemüse rollt und schlittert über den Asphalt bis es endgültig liegen bleibt.
Ich starre einige kurze Augenblicke fassungslos auf meinen Einkauf, bis ich mich laut fluchend daran mache alles einzusammeln und wieder in meine Tüten zu stopfen.
Ich spüre die Blicke der umstehenden Leute nun noch intensiver auf mir, die gespannt der Szenerie folgen und beobachten wie ich hastig meine Äpfel einsammle. Noch immer laut zeternd ignoriere ich meine Zuschauer, sowie den Mann, der mich angerempelt hat.
»Tut mir Leid«, sagt er etwas verwirrt, als könnte er nicht glauben was da gerade passiert ist. Anscheinend ist er genauso überrascht wie ich, dass wir gegeneinander gestoßen sind. Schließlich bückt auch er sich und greift zu den Kartoffeln die sich breitflächig um uns herum verteilt haben.
»Ich habe Sie nicht gesehen. «, versucht er es nochmal. Wahrscheinlich hat er die Hoffnung, dass ich ihn mit versöhnlichen Worten wie: Schon gut, oder Halb so wild, von seiner Schuld frei spreche, aber ich richte immer noch kein Wort an ihn.
Mittlerweile haben wir fast alles in meinen Tüten verstaut, als er mir die letzte Tomate hinhält. Ich kann nicht sagen wie lange wir hier schon am Boden saßen, aber es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Erst jetzt sehe ich ihn direkt an und nehme ihm die Tomate aus der Hand. Er ist älter als ich, vielleicht fünf Jahre oder mehr. Es ist schwer zu sagen. Seine blonden Haare stehen etwas zerzaust von seinem Kopf ab, aber ohne ungepflegt zu wirken. Er sieht mich mit seinen hellen, freundlichen Augen an und scheint immer noch auf eine Reaktion von meiner Seite zu warten. Als ich die Tomate einstecke und mich wieder aufrichte ohne Anstalten zu machen etwas zu sagen versucht er es nochmals.
»Kann ich das wieder gut machen? « Innerlich rolle ich mit den Augen. Männer sind so vorhersehbar. Ich lade mir meine Tüten wieder auf die Arme und wende mich zum gehen.
»Nein.«, ist das einzige was ich ihm zu sagen habe und mache mich wieder auf den Weg. Mittlerweile haben sich die Zuschauer von uns abgewannt. Wir sind anscheinend nicht mehr Interessant genug. Mir soll es recht sein, denn umso weniger Aufmerksamkeit desto besser für mich. Der ungeplante Zusammenstoß mit dem Mann war schon genug Herausforderung für mich.
Damit so etwas wie eben nicht nochmal passiert konzentriere ich mich umso mehr. Mein Herzschlag geht etwas schneller als normal. Das ist nichts ungewöhnliches mehr für mich. Die kleinsten Situationen vermögen es mich aus der Fassung zu bringen. Wie ein Planet der aus seiner Laufbahn gerät und eine Weile braucht um wieder seinen richtigen Weg zu finden. Ich brauche dann immer einige Zeit um wieder vollends runter zu kommen. Für andere wäre das was gerade passiert ist etwas total normales und alltägliches gewesen, doch mich kostet es eine große Selbstbeherrschung. Es ist als würden solche Situationen etwas in meinem Unterbewusstsein hervorrufen was ich selber nicht sehen kann, Erinnerungen an die sich mein Körper erinnert aber meine Seele nicht.
Ich hab gerne alles unter Kontrolle und brauche die Gewissheit selber bestimmen zu können was passiert, wenn dies jedoch nicht möglich ist kann dies zum Problem werden.
Ich bin so auf mich und meinen Körper fixiert, versucht meinen Puls wieder zu normalisieren, dass ich erst nach mehreren hundert Metern bemerke, dass mir der Mann von eben gefolgt ist. Wir überquerten eine Straße auf der zu dieser Tageszeit wenig Verkehr herrscht. Anders wie vorhin hat nun meine volle Aufmerksamkeit.
Er scheint nicht zu wissen wie und ob er mich ansprechen soll, denn er läuft lange Zeit dicht hinter mir ohne sich bemerkbar zu machen. Ich bin erstaunlich ruhig und warte ab was er als nächstes macht. Bei jedem anderen hätte ich bereits etwas unternommen. Ich hätte alles versucht um ihn abzuhängen, aber komischerweise spüre ich von ihm keine Gefahr ausgehen. Trotzdem macht mich die Situation etwas nervös und lässt meine Sinne schärfen.
Ich folge mit meinen Ohren seinen gleichmäßigen, eleganten Schritten die weder langsamer noch schneller werden. Sie haben etwas eigenartiges, unmenschliches an sich. Die meisten Menschen laufen unbedarft und holperig, keineswegs darauf ausgelegt sich anzuschleichen oder gar unbemerkt zu bleiben, selbst wenn sie es darauf anlegen würden. Ich vergleiche sie gerne mit Elefanten, wobei Elefanten wenigen die Ausrede hätten, dass sie große Füße haben und es deswegen unmöglich ist sich leise zu bewegen.
Ich spüre wie sich seine Schritte jetzt doch etwas beschleunigen, wahrscheinlich um mich endlich einzuholen. Genug Zeit um sich bereit zu legen was er sagen möchte hatte er jetzt jedenfalls.
Aus dem Augenwinkel sehe ich ihn an mir vorbei ziehen. Ich mache mich bereit stehen zu bleiben, ohne das mir wieder meine ganzen Sachen aus den Händen gleiten, aber das war gar nicht nötig. Er versperrt mir nicht den Weg, wie ich vermutet habe, sondern dreht sich einfach nur zu mir und geht Rückwärts weiter.
»Kann ich dich zu Wiedergutmachung auf einen Kaffee einladen? «
Mir entwischt ein verächtliches Schnaufen. Dafür hat er jetzt so lange gebraucht? Obwohl ich es amüsant finde beschleunigt sich mein Herz bei dem Gedanken mit einem Fremden Zeit zu verbringen wieder. Wieso war er überhaupt so hartnäckig?
Ich schaue zu ihm und betrachte ihn eine Weile ohne etwas zu sagen. Er ist größer als ich, mindestens einen Kopf und ich zähle mit meinen 1,75 schon nicht zu den kleinen Frauen. Er fährt sich mit der Hand durch sein dichtes Haar und dann weiter zu seinem kurzen Vollbart, wo er einige Sekunden verweilt und um sich zu kratzen, bevor er die Hand wieder runter nimmt. Ein Zeichen dafür, dass er nervös ist. Ich wundere mich über diese Feststellung. Er sieht nicht aus wie der Typ Mann der in der Anwesenheit einer Frau nervös wird schließlich macht er auch keine Anstalten mich in Ruhe lassen zu wollen.
Ich merke wie sich meine rechte Augenbraue verselbstständigt und sich skeptisch hebt während sich meine Lippen zu einem schrägen Lächeln verziehen. Es ärgert mich, dass ich mich so wenig im Griff habe. Für gewöhnlich versuche ich Fremden gegenüber keinerlei Gefühlsregung zu offenbaren, jedenfalls keine Gefühle die ich nicht möchte und ich fürchte, dass ich ihn damit nur bestätigt habe.
Sein Blick ist neugierig und hoffnungsvoll zu gleich auf mich gerichtet. Obwohl sein Körper etwas sehr männliches und selbstbewusstes ausstrahlt, angefangen bei den Muskeln die sich elegant und definiert unter seinem weißen, engen Shirt abzeichnen bis zu seiner geraden, aufrechten Haltung, hat er in diesem Moment sehr viel von einem kleinen Jungen. Ich muss mir selber eingestehen, dass ich ihn auf eine merkwürdige Art und Weise interessant finde.
»Ich habe Nein gesagt. « , erwidere ich trotzdem nach einiger Zeit und versuche wenigstens jetzt meine Gesichtszüge und meine Stimme unter Kontrolle zu halten. Mittlerweile glaube ich, dass meine Mimik wieder kalt und arrogant ist, so wie sie auch sein sollte aber wie ich bereits befürchtet habe lässt er sich davon nicht abschütteln. Noch immer läuft er rückwärts vor mir her, ohne aufzugeben.
Warum ist er nur so penetrant? Frage ich mich. Ich bin es zwar gewohnt, dass mich Männer ansprechen und mich mit ihren lüsternen Blicken anstarren, jedoch geben es die meisten nach dem zweiten Versuch auf und hinterlassen noch eine beleidigende Bemerkung, die von ihrem verletzten Stolz zeugt. Nicht viele verkraften es von einer Frau einen Korb zu kassieren, gerade die die es gewohnt sind alles zu kriegen was sie wollen, aber ihn scheint etwas anderes anzutreiben. Hat er vielleicht sogar ehrliche Absichten? In Gedanken schüttele ich den Kopf. Selbst wenn. Es spielt keine Rolle. Er ist und bleibt eine fremde Person. Ich habe gelernt das mir diese Art von Begegnungen nicht gut tun, haben sie noch nie und werden sie auch in Zukunft nicht. Am Ende verliere ich immer, egal auf welche Art und Weise. Mein Körper verkraftet es einfach nicht sich emotional auf jemanden einzulassen. Es ist wie ein unnatürlicher Fluchtinstinkt der sich bei mir einschleicht, sobald ich jemanden zu nahe komme. Wie zwei Magnete die sich voneinander abstoßen wollen. Ganz zu schweigen von sämtlichen Körperfunktionen die ihren Geist auf geben sobald ich mich in eine Situation begebe in der ich nicht mehr Herr der Lage bin. Pochendes Herz, stockender Atem, gelähmte Glieder und noch vieles mehr. Die Liste ist endlos. Selbst bei Lucas fällt es mir manchmal noch schwer ihn an mich heran zu lassen.
»Und warum nicht? « Seine Stimme reißt mich aus meinen Gedanken. Er klingt ehrlich neugierig und keinerlei abgeschreckt von meiner abweisenden Art. Ich bleibe nun doch stehen und versuche einen genervten Blick aufzusetzen. »Weil ich keine Lust habe und Sie mich nerven. « Meine Stimme ist messerscharf. Obwohl er einen gewissen Reiz auf mich hat, wieso weiß ich nicht, nervt er mich langsam. Wie viele Körbe möchte er denn noch kassieren bis er versteht, dass bei mir nichts zu holen ist? Ich unterstreiche meine Aussage zusätzlich mit meinem Blick und setze mich wieder in Bewegung. Ich glaube einen Augenblick wirklich, dass er es endlich verstanden hat und mich in Ruhe lässt, aber ich werde eines Besseren belehrt.
»Ein Kaffee wird Sie nicht gleich umbringen. « In seiner Stimme hat sich nun etwas schelmisches geschlichen.
Nein, aber ich dich vielleicht, kann ich mir nicht verkneifen zu denken. Er ist sich für nichts zu schade wie es aussieht. Seine Ausdauer rechne ich ihm hoch an, aber es ändert nichts an der Tatsache dass ich kein Interesse habe und selbst wenn würde das nie funktionieren mit uns, egal auf welcher Ebene.
Der Wind ist nun etwas stärker geworden, was mich frösteln lässt. Die Tüten auf meinen Armen knistern und verformen sich leicht im Wind, was es mir schwerer macht sie zu halten. Ich versuche aber mir nichts anmerken zu lassen.
Am Ende will er mir die Tüten noch nach Hause tragen. Bei dem Gedanken verdrehe ich die Augen. Das hätte mir gerade noch gefehlt, zumal wir nur noch wenige Querstraßen von meiner Wohnung entfernt sind. Ich musste ihn unbedingt loswerden.
Meine Shorts haben mittlerweile mehr mit einer Hot-Pens gemein als mit einer Hose, aber ich habe gerade weiß Gott andere Probleme und obwohl ich ein emotionaler Krüppel bin macht es mir weniger aus Haut zu zeigen.
»Sie haben mich angerempelt, ich bin Ihnen nichts schuldig und jetzt verschwinden Sie endlich. « Ich versuche jedes Wort so deutlich wie möglich auszusprechen, damit möglichst kein Raum für Missverständnisse bleibt. Langsam fühle ich mich echt unwohl, mehr als sonst und ich habe keine Lust vor ihm und auf offener Straße die Fassung zu verlieren. Während ich die Straßen nach einer Lösung absuche denke ich nochmal über meine Worte nach. Hat er mich wirklich angerempelt? Oder habe ich ihn vielleicht sogar angestoßen? So schnell wie der Gedanke kam, verwerfe ich ihn wieder. Selbst wenn ist es mir egal. Ich will einfach nur nach Hause und meine Ruhe haben.
»Ich weiß, darum möchte ich mich auch in Form eines Kaffees bei Ihnen entschuldigen.«, erklärt er ruhig. Da ich meinen Schritt etwas beschleunigt habe läuft er nun wieder hinter mir. Ich merke, dass er etwas Probleme hat mit mir Schritt zu halten. »Ich will aber keinen scheiß Kaffee. «, zische ich zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. Ich spüre wie meine Adern an meinem Hals pulsiert und sich meine Kehle leicht zuschnürt. Kein gutes Zeichen. Er hat meine Toleranzlinie überschritten. Ich muss mich zusammenreißen um nicht die Kontrolle über mich zu verlieren. Mit aller Macht versuche ich meine Atmung zu beruhigen und meinen Puls zu verlangsamen.
Er sagt zwar nichts mehr, ich merke jedoch, dass er mir noch immer folgt. Wahrscheinlich denkt er darüber nach was er als nächstes sagen könnte.
Meine Augen wandern über die vielen, engen Gassen die sich von der Hauptstraße abzweigen. Solche Straßen gibt es hier öfters. Eine weitere Eigenschaft aufgrund dessen ich diese Stadt als so angenehm empfinde. Man kann sich durch diese Gassen fortbewegen ohne gesehen zu werden, wenn man es darauf anlegt.
Fernab vom Markplatz ist in den Straßen hier am frühen Morgen nicht viel Betrieb. In den meisten Fenstern sind die Jalousien noch hinunter gezogen, was darauf hindeutet, dass in den Wohnungen dahinter noch geschlafen wird. Die meisten Menschen hier fangen erst später an zu arbeiten, was zum Teil auch den Öffnungszeiten der Läden zu verdanken ist, die in der Regel erst um zehn Uhr ihre Türen öffnen. Der Markplatz ist um diese Uhrzeit die einzige Möglichkeit um einzukaufen.
Abgrubt biege ich in eine kleine Gasse ein. Hier trennen die Hauswände nur ein vier Meter breiter Fußweg der mit verschieden großen Steinen gepflastert wurde. Für diese Art von Wegen wurden wohl nur die Steine verwendet die von den Hauptwegen übrig geblieben sind. Dieses Schema spiegelt sich in der ganzen Stadt wieder. Alles hier ist mehr zweckmäßig erbaut worden, dementsprechend wurde weniger auf die Optik geachtet. Ich höre öfters wie sich die anderen Stadtbewohner darüber beschweren, aber ich für meinen Teil finde dass die zusammengewürfelten Materialien einen gewissen Charme versprühen.
Die milde Morgensonne schafft es kaum die kleine Gasse in der wir uns nun befinden zu erhellen. Perfekt für mich. Wie erwartet folgt der Mann vom Marktplatz mir auch hier her. Er ist kein normaler Mensch, das ist mir mittlerweile klar geworden und er wird wissen, dass ich ebenfalls keiner bin. Wahrscheinlich ist er gerade deswegen auch so hartnäckig.
Er ist ein Lykanthrop, so wie ich auch einer bin. Ich schelte mich selbst, dass ich seinen markanten, süßlichen Duft nicht schon vorher wahrgenommen habe.
Er scheint noch nicht lange ein Wolf zu sein, denn seine Note ist schwächer als normal. Mir soll es recht sein, denn das heißt, dass er noch relativ schwach ist.
Er ist quasi noch ein Welpe, denke ich belustigt, aber deswegen werde ich ihn sicherlich nicht mit Samthandschuhen anfassen.
Als wir etwas weiter in die Gasse eingetaucht sind lasse ich meine Sachen fallen. Wieder verteilt sich mein Einkauf auf dem Boden um uns herum. Ich wirble in einer einzigen, fließenden Bewegung herum, kriege ihn am Hals zu fassen und drücke ihn gegen die kalte Hauswand. Meine Bewegungen und Reflexe sind wesentlich schneller als bei einem normalen Menschen, was es mir erlaubt meistens das Überraschungsmoment auf meiner Seite zu haben. Ich nähre mich mit meinem Gesicht seinem und sehe ihm tief in die Augen. Meine Zähne sind gebleckt und spiegeln sich bedrohlich in seinen Augen. Ich hasse es für gewöhnlich dies zu tun, da mein Kiefer jedes mal ein kurzer Schmerz durchfährt wenn ich meine Zähne im vollen Ausmaß durch mein Zahnfleisch schiebe, aber es ist immer sehr eindrucksvoll und verfehlt nur selten seine Wirkung.
Aus meiner Kehle dröhnt ein tiefes, bedrohliches Knurren.
Unter normalen Umständen und auf andere Personen wirkt er sicherlich attraktiv, da bin ich mir sicher. Jedes Mädchen würde sich wahrscheinlich darum reißen mit ihm ausgehen zu dürfen. Nur doof für ihn, das ich kein normales Mädchen bin.
»Lass mich in Ruhe! «, zische ich mit einer unnatürlichen dunklen Stimme die typisch ist für Lykanthropen im Angriffsmodus. Zu meiner Überraschung wirkt er von meiner Show wenig beeindruckt, im Gegenteil. Er fängt an leise zu glucksen. Verwirrt von seiner Reaktion reagiere ich nicht schnell genug, als er mein Handgelenk greift, was ihn eben noch an die Wand gedrückt hat und mit einem Rück umdreht. Mir entfährt ein überraschter Aufschrei. Er scheint mir nicht wehtuen zu wollen, denn er drückt mein Handgelenk nicht fester als er müsste, gerade fest genug, dass ich es nicht bewegen kann. Einige Augenblicke verharren wir so und sehen uns nur gegenseitig in die Augen, was mir sichtlich unangenehm ist.
Ich nehme eine Gruppe Jugendliche wahr die an unserer Gasse vorbei die Hauptstraße langlaufen. Sie bemerken uns nicht. Laut redend laufen sie weiter, bis ihre Stimmen immer leiser werden und es wieder vollends still um uns wird.
Ich ärgere mich über mich selber. Ich war unvorsichtig. Aus diesem Grund lasse ich mich auf niemanden ein, denn man weiß nie in welcher Situation man sich am Ende des Tages befindet. Ich tue immer so, als wüsste ich genau was in den Leuten vorgeht, aber die Wahrheit ist, dass ich ihnen auch nur vor die Köpfe gucken kann, genauso wie diesen Mann, der mich nun in einer dunklen Gasse festhält in die ich uns selber geführt habe. Jeder Mensch zeigt eben nur das von sich, was er auch zeigen will.
»Du gehst mir auf den Geist, Welpe. « Meine Frustration ist mir deutlich anzuhören. Ich beiße mir auf die Zunge und versuche seinem Blick auszuweichen. Mein Herz rast, teils aus Scham von ihm überrumpelt worden zu sein und teils wegen der körperlichen Nähe. Er scheint mein Unbehagen zu merken, denn er lässt mein Handgelenk los, kann sich aber ein breites Grinsen nicht verkneifen. Um seine Augen bilden sich leichte Lachfalten, die ihn noch charmanter aussehen lassen.
»Welpe? Ich wette ich bin älter als du.«, antwortet er, immer noch mit dem Grinsen auf den Lippen. Er weiß sehr wohl worauf sich das Wort Welpe bezieht, versucht mich aber mit aller Macht in ein Gespräch zu verwickeln. Wie kann er denn noch so gut drauf sein? Ich habe ihn doch ganz offensichtlich bedroht. Allerdings scheint das für ihn kein Grund zu sein die Flinte ins Korn zu werfen. Das ich stärker bin, wenn es darauf ankommt muss er spüren, aber er scheint sich seiner Sache sicher zu sein.
»Wie alt bist du? « Ich nicke ihm provozierend und reibe mir mit der anderen Hand das freigekommene Handgelenk, lasse ihm aber keine Zeit darauf zu reagieren und rede einfach weiter: »Sicherlich nur wenige Monde « Ich drehe mich von ihm weg und fange zum zweiten mal an diesem Tag an, meine Sachen von dem Boden aufzusammeln. Er bleibt an der Wand stehen und beobachtet mich. Ich fürchte fast er würde mir ein Loch mit seinen Blicken in den Rücken brennen.
»Lass mich jetzt einfach in Ruhe, oder ich reiß dir heute wirklich noch den Kopf ab! «, drohe ich ihm, während ich mich mit meinen Sachen auf den Armen wieder erhebe. Ich hoffe das er es jetzt endlich verstanden hat, denn ich hatte wenig Lust mir die Hände schmutzig zu machen. Obwohl ich was Gewalt angeht weniger Berührungsängste habe, habe ich für heute meine Grenzen schon genug ausgereizt bin ich der Meinung.
»Ich würde dich in Ruhe lassen, wenn du mit mir endlich einen Kaffee trinken würdest.«
Leider überrascht mich diese Reaktion nicht. Er unterschätzt mich und merkt einfach nicht in welcher Verfassung ich bin. Ich schließe die Augen und atme einmal tief ein und aus. Mein Geduldsfaden ist kurz vorm reißen. Ich verstehe einfach nicht was er mit all dem bezwecken will. Legt er es wirklich auf einen Kampf an? Oder ist das seine Art zu flirten? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand wirklich so unbedingt eine Frau daten möchte und dafür anscheinend alles in Kauf nehmen würde. So oder so ist es nervig. Ich öffne die Augen und blicke hinauf zum Himmel. Es ist ein schöner, wolkenloser Tag. Wäre mir dieser Spinner nicht begegnet hätte es wirklich ein guter Tag für mich werden können. Ich versuche ruhig zu bleiben, straffe meine Schultern und drehe mich Richtung Hauptstraße,
»Heute ist Vollmond. Hast du nichts Besseres zu tun als fremden Frauen hinterher zu rennen die keinen Bock auf dich haben?« Ich werfe ihn einen kurzen Seitenblick zu. Seit ich denken kann bin ich ein Wolf, habe also keine Probleme mich und meine Verwandlung zu kontrollieren. Jedoch weiß ich das es jungen Wölfen bei den ersten dutzend Malen sehr schwer fällt und sich gegen die Verwandlung am Vollmond nicht wehren können, ganz zu schweigen von den Schmerzen die sie währenddessen durchleben. Das ist wahrscheinlich das einzige Gute an meinen Gedächtnislücken, dass ich mich nicht an die Schmerzen und die Verzweiflung der ersten Male erinnere.
Aber wieso mache ich mir da eigentlich Gedanken drüber? Das ist doch sein Problem nichts meins.
»Ich habe noch Zeit. «, durchbricht er meine Gedanken. Ich spüre einen leichten Unterton der in seiner Stimme mitschwingt, kann es aber nicht genau benennen. Ich stöhne nur frustriert, sage aber nichts mehr dazu und setze mich in Bewegung. Ich mache mir schon jetzt viel zu viele Gedanken um diesen Typen und bin erleichtert, als ich merke das er mir diesmal nicht zu folgen scheint. Seine Augen sind fest auf mich gerichtet, als ich den schmalen Weg zur Hauptstraße hochlaufe und dann links um die Ecke verschwinde. Den ganzen Nachhauseweg über bleibe ich wachsam und horche bei dem kleinsten Geräusch auf, aber umsonst. Er folgt mir tatsächlich nicht mehr. Ich merke wie sich meine Schultern entspannen und ich erleichtert durchatme.

Mein Körper steht immer noch etwas unter Strom, als ich meinen Schlüssel in mein Schloss stecke und die Tür zu meiner Wohnung öffne.
Ich wohne in einer kleinen Zweizimmerwohnung am Stadtrand. Sie ist etwas renovierungsbedürftig aber mit den paar Stunden die ich im Pub verdiene kann ich mir nichts komfortableres leisten. Für mich reicht es aus und ich war erleichtert, als ich die Möbel, die zu meinem Einzug noch drinnen standen übernehmen durfte.
Ich wohne im ersten Obergeschoss und außer meiner Wohnung und die im Erdgeschoss in der eine ältere Dame wohnt, stehen die anderen frei. Wahrscheinlich waren die übrigen Unterkünfte in einem noch schlechteren Zustand als meine. Mir sollte es Recht sein. Weniger Mieter, weniger Menschen die Kontakt zu mir suchen könnten.
Ich lege meinen Einkauf auf den kleinen Holztisch neben der Eingangstür, der dem Design nach zu urteilen schon vor fünfzig Jahren dort stand und ziehe mir mit meinen Fußspitzen die Schuhe von den Hacken, um sie dann in die nächste Ecke zu treten.
Meine Wohnung besitzt keinen Flur, was bedeutet das man gleich mitten im Wohnzimmer steht wenn man hinein kommt. Von dem Wohnzimmer gehen drei weitere Türen ab, die jeweils in das Badezimmer, Schlafzimmer oder Küche führen. Ich bleibe einen Moment stehen und lasse meinen Blick durch den kleinen Raum vor mir schweifen. Überall liegen Sachen herum und dreckiges Geschirr. Man konnte schon immer meinen Gemütszustand gut von meiner Wohnung ablesen. Ich seufze leise und ziehe die Tür hinter mir zu. Obwohl die Verwandlung und der Vollmond nichts neues für mich ist gehe ich gerne auf Nummer sicher, schließlich will ich so wenig Aufmerksamkeit erregen wie möglich, also fange ich langsam an etwas aufzuräumen und die Möbelstücke die ich wegtragen kann beiseite zu räumen. Viel Einrichtung besitze ich nicht, jedoch möchte ich nicht riskieren das die wenigen Gegenstände die ich habe später zerstückelt auf dem Boden liegen.
Als ich der Meinung bin, dass ich genug getan habe kuschle ich mich auf mein Sofa. Lucas beschwert sich immer darüber weil es schon so durchgesessen ist und man jede Feder im Rücken spürt ganz zu schweigen von dem Bezug.
Stell dir vor wer da schon alles drauf gesessen hat, sagt er immer während er es angewidert betrachtet. Mich stört es nicht, davon abgesehen konnte ich es mir nicht leisten wählerisch zu sein. Langsam streiche ich mit meiner Hand über den beigen Veloursstoff an der Armlehne. Ich schließe die Augen und versuche mich auf das Gefühl von dem Stoff unter meiner Haut zu konzentrieren. Das beruhigt mich immer.
Die Sonne steht mittlerweile hoch am Himmel und schickt mir einen grellen Lichtstrahl durch mein Fenster. Er erhellt den ganzen Raum und ich spüre die angenehme Wärme auf meiner Haut. Ich bin immer noch etwas aufgewühlt von der Situation von heute morgen und verstehe nicht so ganz was der junge Wolf damit bezweckt hat mir die ganze Zeit hinterher zu laufen wie ein Küken seiner Entenmama. Es ist merkwürdig das wir uns überhaupt begegnet sind. Mit ein Grund wieso ich hier her gezogen bin ist, dass es hier keine weiteren Lykanthropen gibt, außer Lucas und mich. Jedenfalls dachte ich das bis heute.
Er war wirklich noch sehr jung. Ich öffne wieder die Augen und lege meinen Kopf zurück, sodass ich an die Decke blicken kann. Ich folge mit meinen Augen den dünnen Rissen in der Tapete die sich über die gesamte Decke ziehen wie ein Spinnennetz. Die Wände in der ganzen Wohnung sind etwas vergilbt. Ich vermute das vor mir ein Raucher hier gewohnt hat und sich niemand die Mühe gemacht hat danach die Wände neu zu streichen. Ich ebenfalls nicht. Ich will meine Füße auf den kleinen Glascouchtisch legen, der normalerweise vor dem Sofa steht, bemerke dann aber, dass ich ihn bereits in die Ecke des Raumes gestellt habe, zusammen mit dem Fernseher und der Kommode dir mir als Fernsehtisch dient. Viel mehr Möbel habe ich nicht in diesem Raum, außer die weiße Stehlampe die rechts neben dem Sofa steht, die ich aber nie anmache weil die Glühbirne fehlt.
Vielleicht wird er diese Nacht jemanden umbringen, grüble ich weiter über den Fremden von heute Morgen nach. Wölfe sind dafür bekannt das sie sich oft nicht im Griff haben, wenn sie erst einmal verwandelt sind. Vielleicht hat er aber bereits jemanden auf dem Gewissen, immerhin wird dies nicht sein erster Vollmond sein.
Diese Schuld begleitet einen ein Leben lang, das weiß ich aus Erfahrung, nur ist es bei mir so, dass ich mit grausamen Schicksalsschlägen besser umgehen kann als andere. Jedenfalls denke ich das immer.
Ich habe noch Zeit, hat er zu mir gesagt. Ich muss an den Unterton in seiner Stimme denken als er mir das gesagt hat. Ich konnte ihn nicht richtig zuordnen, aber was ist wenn es Angst war? Vielleicht war es gar kein Zufall das wir aneinander gestoßen sind auf dem Marktplatz. Vielleicht wollte er das so. Er brauchte einen Grund um Kontakt mit mir aufzunehmen. Anscheinend strahle ich meine Abneigung gegenüber fremden Menschen stärker aus als ich dachte und er wollte mich nicht einfach ansprechen. Anders als ich bei ihm muss er sofort gemerkt haben dass ich kein normaler Mensch bin. Hat er Hilfe gesucht? Aber wieso hat er es dann nicht einfach gesagt? Langsam fing ich an Kopfschmerzen zu kriegen. Eigentlich lag es auf der Hand wieso er nicht die Wahrheit gesagt hat, aber ich wollte es nicht so Recht wahr haben.
Er hat gemerkt das mit mir etwas nicht stimmt und das ich ihn nie geholfen hätte wenn er mich einfach gefragt hätte. Langsam kriege ich ein schlechtes Gewissen. Ich kann mich nicht erinnern wann ich das letzte mal so gefühlt habe. Andere interessieren mich nicht und sicherlich keine dahergelaufenen Welpen. Ich sehe zum Fenster und setze mich erschrocken auf. Wie lange sitze ich schon hier? Panisch suche ich die Sofaritzen nach meinem Handy ab. Die Sonne steht nicht mehr so hoch am Himmel wie eben, oder besser gesagt wie vorhin, sondern ist deutlich gesunken.
Endlich finde ich mein Handy und ziehe es aus der Ritze. Es ist sechs Uhr Nachmittags. Ich stöhne und greife mir an die Stirn. Wie konnte ich die Zeit nur so vergessen? Ich bleibe einen Moment reglos auf dem Sofa sitzen und drehe nervös mein Handy in meiner Hand. Was mache ich nun? Ich sehe auf mein Handy und überlege Lucas anzurufen, verwerfe den Gedanken aber schnell wieder. Ich bin schon nicht begeistert, dass ich überhaut darüber nachdenke einem Fremden zu helfen, da konnte ich mir vorstellen was Lucas darüber denken würde. Was mich angeht hat er einen sehr ausgeprägten Beschützerinstinkt den er nur schwer kontrollieren kann und ich möchte sicherlich keine schlafenden Hunde wecken. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wieso denke ich überhaupt darüber nach? Seid wann fühle ich mich für sowas verantwortlich?
Vor meinen Augen erscheint das Gesicht des Mannes mit seinen blauen Augen, umrahmt von leichten Lachfältchen und diesem markanten Gesichtszügen.
Ich stöhne und lege mein Gesicht in meine Hände. Mein Bein wippt nervös auf und ab und lässt sich nicht beruhigen. Wenn er sich verwandelt und es sollte wirklich etwas passieren, dann kann das auch auf mich und Lucas zurück fallen. Der Großteil der menschlichen Bevölkerung weiß nicht das wir existieren und das sollte im besten Fall auch so bleiben. Wenn ich die Chance habe schlimmeres zu vermeiden dann sollte ich dies auch tun, oder nicht? Letzten Endes schütze ich damit nur mich selber.
Ich richte mich wieder auf und nicke mir zustimmend zu. Ich werde ihm helfen.
Ein lautes dröhnen dringt aus meinem Magen zu mir hinauf. Überrascht fasse ich mir an den Bauch. Ich habe heute noch nichts gegessen, fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Mein Blick schwenkt auf die Tüten mit den Lebensmitteln die immer noch neben der Tür auf dem Tisch liegen. Bevor ich mich auf den Weg mache muss ich auf jeden Fall noch etwas essen. Ich lege mein Handy beiseite und mache mich daran die Lebensmittel in die Küche zu räumen. So wie der Rest meiner Wohnung ist auch die Küche nur zweckmäßig eingerichtet. Mehr als einen Kühlschrank, einer Spüle und zwei mobile Herdplatten auf einer weißen, schlichten Anrichte kann man hier nicht finden, was den Platz den ich zur Verfügung habe stark eingrenzt. Überall stehen Töpfe und Essensreste herum für die ich keine Motivation finde sie weg zu räumen.
Während des Einräumens schiebe ich mir ein Toast mit Butter in den Mund und hoffe dass das erst einmal ausreicht. Danach springe ich unter die Dusch und ziehe mir eine dunkle Jeans und ein enges schwarzes Top an, darüber einen dünnen Pulli. Ich habe nicht vor zu frieren wie heute morgen und ich weiß auch nicht wie der Tag endet deswegen halte ich es für besser nicht gerade meine Lieblingssachen anzuziehen. Während ich noch aus dem das Haus gehe versuche ich mir beim laufen meine Stiefel über die Füße zu ziehen. Mittlerweile dämmert es schon, also bleibt mir nicht mehr viel Zeit.
Ich mache mich auf den Weg zu der Gasse wo ich den Mann das letzte mal gesehen habe. Anders wie heute Morgen sind die Straßen nun gefüllter. Für die meisten hier in der Stadt ist jetzt Feierabend und Zeit sich auf dem Weg nach Hause zu machen.
Ich renne schon fast durch die Straßen als ich endlich bei der Gasse ankomme. Sein süßlicher Duft hängt noch immer leicht in der Luft. Wieder frage ich mich wie ich das bei unserem ersten Treffen so lange ausblenden konnte. Von hier aus muss ich seiner Fährte folgen. Es dauert nicht lange bis ich ausgemacht habe welchen Weg er gegangen ist und beginne ihm zu folgen.
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