Das Blut der Unsterblichen

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 Kapitel 4

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Luzifer McCanly
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BeitragThema: Kapitel 4    Di Apr 10, 2012 10:22 am

Kapitel 4

Ich liege schon seit einer Weile wach im Bett. Es ist schon hell draußen, aber ich schaffe es einfach nicht auf zu stehen. Ich starre an meine Decke und meine Gedanken kreisen um den gestrigen Tag. Um Raze. Was er getan hat. Ich habe ihm einen falschen Namen gesagt. Aber warum denke ich überhaupt darüber nach? Sonst stört es mich ja auch nicht. Ich bin drauf und dran ihn näher an mich heran zu lassen, ohne zu wissen, dass ich es schon längst getan habe und das macht mich wütend. Aber es ist anders als sonst. Etwas in mir will ihm alles sagen, etwas in ihm will ihm vertrauen. Ich kneife die Augen zusammen. Was ist nur los mit mir? Noch nicht mal bei Lucas habe ich solche Gefühle und jetzt? Kommt ein wild Fremder und ich habe den Drang mich ihm zu öffnen?
»Ach verdammt. « Ich hasse dieses Gefühl, aber ich kann nicht anders als mich aufzuraffen. Ich gehe schnell duschen und ziehe mich an. Ich rede mir ein das ich Klarheit will, das das der Grund ist wieso ich zu ihm möchte, aber tief in mir weiß ich das es einen anderen Grund hat, aber ich bin noch nicht bereit mir das ein zu gestehen.
Ich mache mich auf den Weg zu Raze und kann den ganzen Weg nur an seine blauen, vertrauensvollen Augen denken und ich hasse mich dafür.  

Wiedereinmal stehe ich vor seiner Tür und zögere. Was mache ich hier eigentlich? Bin ich total bescheuert? Was habe ich denn vor? Mich entschuldigen, aber für was? Das ich ihm den falschen Namen gegeben habe? Ja. Das ist ein Anfang. Ich atme tief durch und umklammere die Tüte mit den Brötchen fester. Ich wusste nicht was ich machen sollte, also bin ich einfach zum Bäcker gegangen und habe Brötchen geholt. Ist das zu doof? Laut seufze ich auf. Seid wann mache ich mir so viele Gedanken über einen Mann? Unwillkürlich muss ich an die Packung Kondome denken die ich Lucas einmal geschenkt habe, weil ich in eine Nummer von ihm reingeplatzt bin. Ein breites Grinsen breitet sich auf meinem Gesicht aus. Ich schüttele den Kopf um die unsinnigen Gedanken los zu werden. Brötchen sind immerhin besser als Kondome.
Ich bin echt aufgeregt, was bei mir nicht so oft vorkommt. Für gewöhnlich bin ich selbstsicher und weiß was ich tue. Es ist lange Zeit her, dass ich einen Fremden an mich ran gelassen habe und Fakt ist einfach mal, das Raze mir näher gekommen ist, als jeder andere Typ den ich in letzter Zeit begegnet bin und damit meine ich nicht meine körperlichen Erfahrungen.
Endlich fasse ich allen meinen Mut zusammen und schaffe es gegen die Tür zu klopfen. Zu meinem Glück brauche ich nicht lange warten bis Raze die Tür öffnet, denn sonst hätte ich mir noch weiter mein Kopf zermartert. Er steht in der Tür, mit nur einer Boxershorts bekleidet, womit ich vollen Blick auf seinen gut trainierten Körper habe, aber was mache ich mir Gedanken darüber? Schließlich habe ich ihn schon vollkommen nackt gesehen und das hat mich auch nicht interessiert, also reiße ich mich zusammen. Sein Haar steht unordentlich vom Kopf ab, was seine strahlenden Augen, meiner meinung nach, nur noch mehr betonen. Er ist anscheinend grade erst aufgestanden. Ich vermute dass ich ihn geweckt habe. »Hey. « Er wirkt überrascht.  »Hey. «,  antworte ich ebenfalls und lächle ihn an. Ich halte die Tüte mit Brötchen hoch. »Ich habe Brötchen mitgebracht. « Raze lacht leicht und hält die Tür weiter auf, damit ich platz habe. »Komm rein! « Gut, Schritt eins geschafft, denke ich mir und gehe an ihm vorbei rein.
Sein Wohnzimmer sieht genauso aus wie beim letzten mal, was mich nicht verwundert.
Ich warte darauf dass Raze nachkommt. Noch immer halte ich die Tüte mit den Brötchen in der Hand und fühle mich noch immer wie ein kleinen Mädchen vor ihrem ersten Date.
Als er hinter mir rein kommt deutet er auf die Couch. »Setzt dich. Willst du etwas  trinken? «
Er lächelt mich freundlich an. Ich setze mich artig hin und lege die Brötchen vor mich auf den kleinen Tisch. Ich fühle mich unsicher und bin mir sicher das man mir das auch ansieht. »Ein Wasser reicht. «, beantworte ich ihm die Frage. Er nickt locker, dreht sich um und verschwindet aus der Wohnzimmertür in den Flur. Ich bleibe alleine zurück und starre unbehaglich vor mich hin. Ich knete meine Finger und warte darauf dass er zurückkommt. Ich hätte nicht her kommen sollen, rede ich mir immer wieder ein, bin mir aber nicht sicher ob ich damit auch wirklich recht habe.
Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt Raze mit einem Tablett mit Frühstück wieder rein. Er stellt mir mein Wasser hin und setzt sich neben mich auf die Couch. Fragend sieht er mich an.
»Und was führt dich her? «
»Ich wollte mich noch mal bedanken. «, antworte ich schlicht, denn mir fällt nicht anderes ein was ich hätte sagen können. Ich habe keinen Hunger, sehe aber zu wie er sich ein Brötchen aus der Tüte nimmt. Er lächelt. »Hab ich doch gern gemacht und im Moment muss ich mich bedanken, denn ich habe keine Brot mehr und habe schon befürchtet verhungern zu müssen. « Er schneidet das Brötchen auf, belegt es und beißt dann ab. Er grinst mich an während er kaut. Ich höre ihm gar nicht richtig zu, stattdessen sehe ich auf meine Hände, dann sehe ich ihn endlich an. »Ich habe dir nicht meinen richtigen Namen gesagt. « Ich will das so schnell wie möglich hinter mich bringen.
Ich sehe wie er die Stirn runzelt.
»Nicht? Wie heißt du dann? « Er bleibt ruhiger, als ich gedacht hätte, bleibe aber weiterhin ernst. »Luzifer.«
Er mustert mich, dann lächelt er. »Leila hat sowieso nicht zu dir gepasst. « Ich sehe ihn skeptisch an. Ich hätte nicht gedacht das er mir das glaubt, schließlich heißt ein normaler Mensch nicht so und das ich nicht normal bin, weiß er nicht.
»Aber der Name vom Teufel passt zu mir oder wie? Na sehr nett, danke. «, sage ich bockig. Natürlich war ich nicht wirklich verletzt, ich mochte es einfach nur mich auf zu spielen und es hilft mir das ganze hier etwas lockerer zu sehen. Er lächelt mich schief an und schüttelt den Kopf. »Das habe ich nicht gesagt. «, dann sieht er mich fragend an. »Wieso hast du gelogen? «
Ich muss nicht lange nachdenken um das zu beantworten: »Ich fand es geht dich nichts an. «
»Und wieso sagst du mir das jetzt? « Das war eine gute Frage. Wieso sage ich es ihm? Weil er mir geholfen hat? Vielleicht, aber ich kann auch nicht abstreiten dass und etwas verbindet, auch wenn ich nicht weiß was es ist. »Ich weiß nicht. Ich denke ich war es dir schuldig. «,  antwortete ich ihm schließlich. »Okay.  «, sagt er nur und isst sein Brötchen weiter. Ich beobachte ihn wie er isst und fühle mich fehl am Platz. Für andere wäre diese Situation vielleicht vertraut und normal. Aber für mich war nichts normal.
»Ich glaube ich sollte gehen. « Eine Kurzschlussreaktion. Er sieht mich überrascht an.
»Quatsch, wieso? «
»Weil ich nicht hier her gehöre. «, antworte ich und lächele ihn wehmütig und weiß das ich Recht habe. Es war ein Fehler her zu kommen, denn wenn er mehr Kontakt zu mir hätte, dann würde ihn das zerstören, das spüre ich. Ich würde nichts lieber, als irgendwo hin zu gehören, aber das ist unmöglich für mich und das wird es immer bleiben.
»Sagt wer? «
»Sag ich. « Ich stehe auf und sehe ihn noch einmal an. »Tut mir leid, ich hätte nicht her kommen sollen. « Was habe ich mir nur dabei gedacht? Das wir Freunde werden? Wohl kaum. Ich bin ein Wrack, mit mir hält man es keine fünf Minuten aus und ich mit Normalen eben so wenig.
»Du bist immer herzlich Willkommen und es brauch dir nicht leidtun, ich freue mich. « Ich lege den Kopf schief und sehe ihn fragend an. »Wieso? Du kennst mich doch gar nicht, ich bin eine Fremde. «
Er schüttelt den Kopf. »Falsch. Du warst eine. Mittlerweile kennen wir uns. Na ja nicht so gut wie ich gerne hätte, aber wir kennen uns. « Er grinst selbstsicher. Ich höre was er sagt nur gedämpft, als wäre ich unter Wasser. Ich kann nicht glauben was er da sagt. Nicht so gut wie ich gerne hätte. Mir stockt der Atem. Mein Kopf fängt an zu arbeiten.
Oh ja, damit kenne ich mich aus. Mich näher kennen lernen um mich dann vögeln zu können, an nichts anderes hat er gedacht. Er ist doch genauso wie alle anderen. Erst einen auf nett und verständnisvoll tun und dann den Arsch raus hängen lassen. Aber warum überrascht es mich so? Und viel mehr: Warum verletzt es mich so? »Was heißt das: nicht so gut wie du gerne hättest? «
Ich hebe eine Augenbraue und sehe ihn durchbohrend an.
»Na ja, damit meine ich, das ich dich gerne näher kennen lernen würde. «, sagt es als wäre es selbstverständlich. Ich spanne meinen Kiefer unwillkürlich an. »Tja, nur doof das es da nichts zum kennen lernen gibt. « Ich drehe mich um und will zur Tür. Einfach weg hier. Ich kann es nicht fassen das ich auf ihn reingefallen bin.
»Wie darf ich das jetzt verstehen? « Dass er sich so dumm stellt macht mich wütend. Es ist doch offensichtlich was ich meine. Ich wirble zu ihm herum und fange an zu schreien: »Ich würde das auch gerne verstehen. Was habe ich denn auf meiner Stirn zu stehen? Macht für jeden die Beine breit?  Darauf habe ich keinen Bock mehr. « Ich bin verzweifelt. Ich hasse mein Leben und das was ich bin und wie wenig ich mich unter Kontrolle habe.
Während ich all das herausschreie gestikuliere ich stark, was auf ihn sicherlich einschüchternd wirken muss, oder lächerlich, aber das ist mir egal. Raze sieht mich die ganze Zeit verwirrt an und schüttelt dann traurig den Kopf als ich fertig bin.
»Wie kommst du denn jetzt darauf? Als ich sagte ich würde dich gerne näher kennen lernen, damit meinte ich: Ich würde dich gerne näher kennen lernen. Und nicht: Ich will dich flach legen. «
Ich starre ihn verständnislos an. »Was? « Ich stehe wie angewurzelt da und sehe ihn an. Ich bin noch immer misstrauisch, aber so langsam verstehe ich was er meint. Meine Brust hebt und senkt sich stark wegen meines Ausrasters.
»Ich will dich kennen lernen. Was ist daran nicht zu verstehen? «, will Raze wissen. Doch ich habe darauf keine Antwort. Ich schlucke schwer und schüttle den Kopf. »Ich weiß nicht. «,  gebe ich zu.
Er atmet laut aus. »Ich weiß ja nicht mit was für Typen du sonst zu tun hast, aber ich meine für gewöhnlich das was ich sage. « Ich höre was er sagt, aber ich weiß nicht ob ich ihm trauen kann. Es ist zu viel passiert. Ich weiß es besser, als das ich in die Arme des nächst besten Mannes renne. Ich nicke ihm kurz zu uns sehe ihn ernst an. »Du solltest lieber weiter mit deinem Lego spielen anstatt irgendwelche Freaks von der Straße auf zu sammeln. « Es soll ein gutgemeinter Rat sein, denn ich bin wirklich keine Frau für ihn, weder als Freundin noch als sonst irgendwas. Allein an der Art wie er mich ansieht weiß ich dass er mich faszinierend findet. Wie ein Tier im Zoo.
Er verdreht die Augen. »Das letzte Mal mit Lego gespielt habe ich vor zwanzig Jahren. « Er legt den Kopf leicht schief. »Und wie kommst du darauf dass du ein Freak bist? « Ich schnaube belustigt. »Ach komm, tu nicht so als würdest du nicht so denken! « So wie alle. Aber kann man ihm das verübeln? Nein kann man nicht. So wie ich mich aufführe. Was will ich eigentlich damit bezwecken? Ihn abschrecken? Aber will ich das wirklich?
»Nein ich denke nicht so. Liegt wohl darin das ich immer nur das Gute in den Menschen sehe. «
»Das Gute in den Menschen? «, lache ich laut. »Ich bin kein Mensch. « Ich bin ein Monster.
»Aber zum Teil. Werwolf heißt: Wolfsmensch. « Ich weiß nicht was mich da antreibt, aber ich bin voller Wut und voller Hass, nicht wegen Raze, sondern wegen mir, weil ich das bin was ich bin, weil ich erlebt habe was ich erlebt habe. Ich kann schon lange nicht mehr das Gute in Menschen sehen. Die Zeiten sind vorbei. Ich weiß dass es Zeitverschwendung ist mich mit ihm zu streiten, aber aus einem unbestimmten Grund kann ich nicht aufhören. »Trotzdem bin ich kein Mensch. Ich war nie einer und werde nie einer sein. Also zieh deinen Arsch aus dem Teller bunte Knete! Das Leben ist nicht schön.  «, fauche ich ihn an.
Während ich meine Rede halte steigere ich mich immer mehr und mehr rein. Ich sehe ihm dabei tief in die Augen und kann förmlich spüren wie die Funken aus meinen Augen sprühen.  Noch immer stehe ich in der Nähe der Tür. Raze grinst mich an.
»Weißt du was? Ich habe gerade festgestellt dass der Name Luzifer passt sehr gut zu dir. «
Als er das sagt erstarre ich. Mein Herz bleibt für einen Moment stehen. Mir treten Tränen in die Augen. Er hat mich erwischt. Mit voller Wucht. Ja wir hatten das Thema vorher schon aber diesmal hat er es zu einem Zeitpunkt eingesetzt an dem ich Verletzlich war. Er hat es bewusst gesagt und es auch so gemeint. Ich beiße die Zähne zusammen. Balle die Hände zu Fäusten.  Er steht auf und geht zu mir. Er hat gemerkt, dass er mich getroffen hat. »Hey. Tut mir leid. Das war nicht so gemeint. « sagt er leise. Ich weiche nur zurück, drehe mich um und renne raus, lasse ihn hinter mir stehen denn ich hoffe so auch den Schmerz hinter mir zu lassen, aber ich komme nicht weit. Ich fühle mich verloren, schrecklich verloren. Die ersten Tränen laufen mir über die Wangen, als ich das Haus verlasse. Ich bin so dumm.  Sage ich mir immer und immer wieder. Ich bleibe bei der ersten Bank stehen und setze mich auf sie. Ich kann nicht mehr. Ich habe das Gefühl gleich zu hyperventilieren, zu zerbrechen in tausend Einzelteile, die man nicht mehr zusammensetzen kann. Mein Herz schlägt wie wild, als wenn es um sein Überleben kämpfen würde. Raze kommt mir sofort nach, ich höre seine Schritte, nehme sein Geruch wahr. Ich würde seinen Geruch überall erkennen. Er kommt zu mir und setzt sich neben mich. »Es tut mir leid. «, sagt er noch einmal und seine Stimme ist voller Schmerz, was mich überrascht, aber für mich haben diese Worte ihre Bedeutung verloren, denn ich habe sie schon zu oft gehört. Ich rücke von ihm weg, ohne ihn an zu sehen. »Verschwinde! «, ist das Einzige was ich zu ihm sage und dabei versagt meine Stimme. Es überrascht mich nicht das er bleibt und aus aus dem Augenwinkel dass er den Kopf hängen lässt.
»Ich hätte das nicht sagen dürfen. « Ich schüttele den Kopf. »Du hast Recht. « Und er hat wirklich recht. Ich war über die Jahre zu empfindlich geworden. »Ich habe kein Recht das zu beurteilen. Und ich habe es nicht gesagt weil ich es so sehe, sondern weil du alles schlecht gemacht hast. «,  gibt er zu, doch mich kann das nicht überzeugen. Ich wische mir die Tränen ab.
»Trotzdem hattest du Recht, da ist es egal wie du es siehst. «
»Wieso siehst du es so? « Ich sehe ihn immer noch nicht an. Lächle nur traurig. »Lange Geschichte. «
Ich spüre wie er mich fragend ansieht. »Ist sie das wirklich oder willst du es mir nur nicht sagen? «
»Beides. «, sage ich wahrheitsgemäß. Ich habe es nicht nötig ihn anzulügen. Ich denke an Früher und auf einmal falle ich in ein Schwarzesloch und nehme nichts mehr von außen wahr. Dieses Gefühl habe ich öfters, es passiert immer wenn etwas Bestimmtes vorgefallen ist. Diese Anfälle werden ausgelöst von meiner Vergangenheit und dem was ich erlebt habe. Die Sachen die sich in meinem Kopf festgesetzt haben und sich nicht mehr löschen lassen. Ich spüre nur noch unbändige Schmerzen und Stimmen die auf mich einreden. Ich halte das nicht aus und schreie. Ich versuche sie los zu werden. Es ist wie damals. Ich nehme nichts um mich herum wahr. Ich schreie vor Schmerz und versuche mich gegen die Schläge der Vergangenheit zu wehren, schaffe es aber nicht, wie so oft.
Ich weiß nicht wie lange das noch so weitergeht, ich kenne keine Zeit mehr, aber irgendwann hören die Bilder auf und die Schmerzen. Ich höre auf zu schreien, sehe aber immer noch Schwarz. Mein Körper beruhigt sich, fühlt sich jedoch leblos. Mein Herz schlägt langsamer, auch wenn ich noch immer nicht weiß wo ich bin. Ich weiß nicht wie lange ich in diesem Nichts bin. Aber nach einer Weile schaffe ich es endlich meine Augen zu öffnen.
Ich starre nach oben und sehe eine Decke. Die Decke von Raze´ Wohnzimmer. Ich liege auf seinem Sofa. Aus dem Augenwinkel sehe ich dass sich etwas neben mir bewegt. Ich drehe den Kopf und sehe Raze. Er sitzt neben dem Sofa. Er war die ganze Zeit bei mir und war auch der, der mich rein getragen hat. Ich fühle mich so furchtbar durcheinander und weiß nicht was ich fühlen soll. Aber ich weiß, dass er dies hier nie Mals hätte miterleben dürfen. Ein Moment den mich jedes Mal fertig macht.
Er hat noch nicht bemerkt dass ich wach bin, doch als ich seufze dreht er sich zu mir um und lächelt minimal und ich sehe Erleichterung in seinen Augen. »Wie geht´s dir? «,  fragt er vorsichtig. Ich sehe ihn an und bin unfähig etwas zu sagen. Noch immer stehe ich unter Schock. Aber ja, wie fühle ich mich? Ich fühle mich hilflos, hilflos und nackt.
Er steht auf und verschwindet und kommt wenig später mit einem Glas Wasser wieder zurück und reicht es mir. Ich setze mich vorsichtig auf und nehme es entgegen. Ich trinke es mit einem Zug aus. Das kalte Wasser rinnt meinen trockenen Hals runter und ich bin dankbar für jeden Tropfen. Raze setzt sich zu mir auf das Sofa. Ich sehe ihn an und halte das Glas immer noch in meinen Händen.  »Was war das? « Ich weiß was er meint. Den Anfall. Aber ich habe nicht vor es ihm zu sagen. Am besten ich streite alles ab und sehe zu das ich so schnell wie möglich hier weg komme und dann werde ich ihn nie wieder sehen. »Nichts. «, sage ich knapp und sehe auf mein Glas. Er nickt und entgegnet sarkastisch: »Oh ja genau, warum bin ich nicht selbst drauf gekommen. «, und rollt mit den Augen. Ich seufze wieder, denn ich habe keine Lust das jetzt wieder Ewigkeiten zu diskutieren. »Hör zu! Das hier war wirklich ein Fehler. Ich gehe jetzt. Vergiss einfach das du mich getroffen hast und vor allem das was eben passiert ist. « Ich weiß nicht wie lange ich weggetreten war, aber es ist mir auch egal. Er schüttelt den Kopf und atmet tief durch.
»Und was wenn ich nicht vergessen will das ich dich getroffen habe? Und das was passiert ist kann ich nicht vergessen, aber ich kann dir den Gefallen tun und nicht mehr darüber reden. «
Meinte er das wirklich ernst? Er klingt so wie in einem Kitschroman. »Ist mir auch egal. «, sage ich gleichgültig und stehe auf. Ich sehe kurz an mir runter ob alles in Ordnung ist und streiche meine Sachen glatt. »Du wirst auch nicht mehr darüber reden können, weil wir gar nicht mehr reden werden, denn ich gehe jetzt. « Ich drehe mich um, gehe zur Tür und bin dabei fest entschlossen ihn hinter mir zu lassen und ihn zu vergessen. »Wieso? «, fragt er. Zu gerne würde ich mich umdrehen um ihn noch ein mal zu sehen, aber ich kann mich zusammen reißen. Ich baue mir eine Schutzmauer auf, die wie immer aus meinem Sarkasmus besteht: » Weil meine Mami gesagt hat, ich soll nicht mit Fremden reden. «
Er ist ein Fremder. Ich kenne schließlich nicht mehr als seinen Namen und das gleiche gilt für ihn. Was weiß er denn schon von mir? Warum sorgt er sich so um mich? Ich habe ihn bereits schon einmal angelogen, bin abweisend und werde es immer wieder tun. Was findet er nur an mir?
Er lacht leicht. Lacht mich aus. »Schon vergessen, wir sind uns gegenüber keine Fremde mehr. «
Ich muss mich zurückhalten um ihm nicht an den Hals zu springen. Ich kann es nicht leiden wenn man frech mir gegen über ist. Aber ich kann nicht verhindern dass ich mich zu ihm umdrehe. Ich stehe nun am anderen Ende des Raums und sehe dass er vor dem Sofa steht.  »Natürlich sind wir Fremde. Du weißt nichts über mich. Woher willst du wissen das ich Luzifer heiße und nicht doch Leila? Woher soll ich wissen dass du wirklich Raze heißt? « Ich werfe abwehrend die Arme hoch und sehe ihn wütend an. »Nicht dass ich wissen wollte wie du heißt. « Ich nehme die Arme wieder runter und hoffe dass er jetzt endlich verstanden hat dass ich nichts von ihm wissen will, was nicht stimmt, aber ich versuche es zu verdrängen. Ich weiß dass es falsch ist. Für ihn und für mich. »Aber genau das will ich doch. Ich will mehr von dir wissen. Und du wärst nicht her gekommen und hättest mir gesagt dass du mir den falschen Namen gegeben hast, wenn du nicht wollen würdest dass ich deinen echten Namen kenne.
Warum sollte ich wegen meinem Namen lügen? Ich habe nichts zu verbergen. « Wieder lächelt er mich an. Ich hasse es, denn ich mag sein Lächeln und ich will es nicht mögen.
Ich atme tief durch bis ich zu meinem nächsten Angriff übergehe. Ich konzentriere mich und denke nach. »Ich habe dir aber zuerst den falschen Namen gegeben und ICH habe aber etwas zu verbergen und ich will nicht dass du irgendetwas von mir weißt. « Verzweifelt und wütend sehe ich ihn an, rede aber merkwürdig ruhig.
»Dann behalte DAS für dich. Ich will nicht deine Lebensgeschichte wissen, nur mehr. « Während er das sagt bewegt er sich langsam auf mich zu, doch ich weiche zurück, wie ein verschrecktes Reh. »Ich will alles für mich behalten. Du weißt meinen Namen, mehr musst und wirst du auch nicht wissen. «
»Damit kann ich leben, aber muss das den zwingend heißen dass wir uns nicht wieder sehen? «
Ich bin verwirrt, verstehe ihn einfach nicht. »Warum willst du das denn so unbedingt? « Ich sehe ihn fragend an. Noch immer stehe ich nur zwei Meter von ihm entfernt. Er weicht meinem Blick aus und kratzt sich am Kopf. »Na ja, schwer zu erklären. «
»Warum? «, will ich wissen, denn ich kann mir sehr wohl vorstellen warum es schwer zu erklären ist. Er will mich nämlich doch nur flachlegen und ist jetzt zu feige um es zu sagen. Ich sehe ihm mit Absicht tief in die Augen, um ihn zu verunsichern, denn momentan bin ich die Jenige von uns die überfordert ist und ich kann es nicht leiden wenn ich im Nachteil bin. Er scheint in meinem Gesicht gelesen zu haben was ich denke, denn er sagt: »Weißt du, es verletzt mich wirklich wie du über mich denkst, das finde ich echt Scheiße. Wenn ich nur Sex wollte hätte ich es gesagt. « Er zuckt mit den Schultern. »Warum verstehst du nicht dass ich dich kennen lernen will. Nicht wegen deines Körpers, sondern deines Willen? « Er erwidert meinen Blick, ohne ein Anzeichen von Unsicherheit. Ich sehe ihn grimmig an. »Es ist mir egal ob es dich verletzt und ich bin nicht der Typ den man kennen lernen will, deswegen verstehe ich es nicht. « Noch immer sieht er mich an und lässt sich auch nicht abschrecken, zu meinem Leidwesen.  »Aber anscheinend gibt es doch welche die es wollen. Warum findest du es eigentlich so schlimm dass ich dich kennen lernen will? « Was mache ich hier eigentlich? Schon wieder unterhalte ich mich mit ihm, wollte ich nicht eigentlich gehen? Ja, wollte ich. Ich winke ab. »Egal, ich geh´ jetzt. Auf nie mehr wieder sehen. «
Ich drehe mich um,  gehe jetzt zur Tür und bete das ich Recht habe mit dem was ich sage. Ich habe die Hand schon auf der Klinke als ich höre was er sagt: »Sag mir wenigstens was ich dir getan habe das du regelrecht vor mir flüchtest. « Ich schließe genervt die Augen.
»Nein, denn ich bin dir nichts schuldig. « Ich denke nicht mal dran ihm das zu sagen, auch weil er nichts getan hat. Es liegt an mir, es liegt immer an mir. Ich drücke die Klinke runter und will die Tür öffnen. » Das habe ich auch nicht gesagt. Ich bitte dich nur darum. «
Langsam öffne ich dir Tür. Ich zögere einen Moment und weiß selber nicht warum. »Ich gehe aber auf deine Bitte nicht ein. «
»Geh bitte nicht. «, sagt er noch, doch ich verschwinde durch die Tür und schließe sie hinter mir.
Ich erschrecke mich etwas als ich sehe das es schon Dämmert. Wie lange habe ich denn geschlafen?
Ich beeile mich nach Hause zu kommen, von ihm weg zu kommen. Diesmal lässt er mich in Ruhe.
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