Das Blut der Unsterblichen

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 Kapitel 13 – Hybrid

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Luzifer McCanly
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Anzahl der Beiträge : 12091
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BeitragThema: Kapitel 13 – Hybrid   Mo Aug 13, 2012 7:50 pm

Kapitel 13 – Hybrid

Ein
Schmerz durchzuckt mich. Ich reiße die Augen auf und hole keuchend
Luft, aber es scheint keine in meine Lungen zu kommen. Die Schmerzen
sind nicht auf zu halten. Ich nehme nichts wahr, außer einem grellen
Licht. Ich bäume mich auf und versuche gegen den Schmerz an zu schreien,
aber es hilft nicht. Mein Herz rast und mir ist unerträglich heiß. Wo
bin ich? Frage ich mich verzweifelt.
Ich verspüre einen
übernatürlichen Hunger, einen den ich nicht beschreiben kann. Ich nehme
Stimmen wahr, kann sie aber nicht verstehen, da sie nicht mehr als ein
Rauschen sind. Wieder wird der Schmerz Schlimmer und ich schreie erneut.
»Aufhören. Bitte. «, flehe ich und weiß noch nicht mal wen ich dort
anflehe, ich will einfach nur dass es aufhört. Etwas oder Jemand drückt
mich nach unten, was meine Schmerzen nicht grade besser macht und es
nimmt jemand meine Hand. Ich klammere mich an ihr fest, denn es ist das
erste was mir irgendwie einen Halt gibt. Ich spüre den Puls. Es ist
Raze. Seit wann kann ich jemanden an seinem Puls erkennen? Ich beruhige
mich etwas. Die Schmerzen schieben sich in den Hintergrund. Ich
konzentriere mich auf Raze und seine wärme.
»Raze? «, frage ich
leise, denn ich will einfach nur seine Stimme hören. Mein Blick klärt
sich etwas, aber ich sehe immer noch stark verschwommen. Endlich höre
ich seine Stimme, verstehe aber nicht was er sagt. »Lass mich nicht
alleine. «, sage ich und spüre wie meine Stimme bricht. Ich schließe die
Augen und Tränen laufen mir über die Wange. Mir stockt der Atem, denn
auf einmal fange ich an zu brennen, mein Körper scheint in Flammen zu
stehen. Ich schreie wieder auf. Raze hält noch immer meine Hand und
fängt langsam an über meinen Kopf zu streichen. Ich höre ein Gemurmel.
Von einer Frau, die ich nicht kenne. Sie hört sich genervt an und dann
sticht etwas Spitzes durch meine Haut. Eine Flüssigkeit fließt durch
meine Adern. Ich halte geschockt still. Mein Puls wird langsamer und ich
kann spüren wie ich wieder meine Kraft verliere. Meine Hand lockert
ihren Griff und ich verliere Raze´ Hand und somit auch wieder das
Bewusstsein.

Langsam komme ich zu Bewusstsein. Mein Kopf dröhnt
und es fühlt sich an als würde Säure durch meine Adern fließen. Mein
Kiefer schmerzt und ich fühle wieder diesen merkwürdigen Hunger.
Vorsichtig sehe ich mich um. Mein Zimmer. Etwas Schweres liegt halb auf
mir drauf. Raze. Er hat mich in dutzend Decken eingewickelt, mir ist
jedoch immer noch kalt. Ich bleibe so liegen und bewege mich nicht,
einerseits, weil ich Raze nicht wecken will und andererseits, weil ich
Angst habe dass es wehtun würde. Zwar tut mir momentan nichts weh,
abgesehen von meinem Kiefer und meinen Kopf, aber ich spüre auf meiner
Haut ein leichtes Ziehen, was darauf hindeutet das ich viele Wunden
habe. Ich kann mich nicht mehr genau an alle Einzelheiten erinnern, aber
ich weiß noch wie ich das Brenneisen in den Unterleib gerammt bekommen
habe. Allein an die Erinnerung daran muss ich leicht zusammen zucken. Es
dauert nicht lange bis Raze sich das erste Mal bewegt. Ich kann nicht
sehen was er zuerst macht, aber dann setzt er sich auf und sieht mich
an, er scheint erleichtert und lächelt mich leicht an. »Hey, wie geht es
dir. « Er ist oberkörperfrei, aber das stört mich nicht.
»Scheiße. « antworte ich mit kratziger Stimme. Es fühlt sich an, als hätte ich Glasscherben geschluckt.
Er nickt. »Das kann ich verstehen. Kann ich dir irgendetwas holen? «
»Was zum Essen. «, sage ich sofort. Ich verziehe kurz das Gesicht, weil mich ein Schmerz durchzuckt.
»Und
Drogen. Viele Drogen. « Ich meine es Ernst, ich würde jetzt so ziemlich
alles nehmen, um die Schmerzen los zu werden, denn langsam halte ich
sie nicht mehr aus. Ich schließe die Augen.
»Damit fangen wir gar
nicht erst an. «, höre ich ihn sagen und merke wie er aufsteht. »Was
willst du essen und wo versteckst du deine ``Drogen´´ «, fragt er mich.
Ich weiß das er Schmerztabletten meint, aber das ist nicht das was ich
will, also sage ich: »Ich glaube ich habe noch etwas Gras in meiner
Kommode. « Ich mache die Augen wieder auf, sehe ihn an und hole tief
Luft, was mehr weh tut, als ich gedacht hätte. »Egal, Hauptsache etwas
zu Essen. « Das meine Zähne wehtun schiebe ich auf meinen Hunger, denn
ich habe so etwas noch nie gefühlt. Raze verdreht die Augen und
verschwindet aus dem Zimmer, wahrscheinlich in die Küche. Ich bleibe
alleine zurück, warte einen Moment und schlage dann die Decken zurück.
Vorsichtig versuche ich auf zu stehen, was nicht viel bringt, denn
allein die kleinste Bewegung tut unwahrscheinlich weh, ich keuche immer
wieder auf. Ich fühle mich unglaublich steif, was auch an den Verbänden
liegen kann, mit denen ich so gut wie überall eingewickelt bin. »Scheiße
«, murmle ich vor mich hin. Ich muss wirklich schlimm aussehen.
Plötzlich
kommt Raze wieder rein. Er war wirklich schnell. Er hat zwei Teller in
den Händen und eine Flasche mit Wasser unter dem Arm geklemmt, dazu noch
eine kleine Packung mit Tabletten.
»Was soll das denn werden? Schön liegen bleiben. «, befiehlt er mir und kommt auf mich zu.
»Ich
versuche auf zu stehen. « Er gibt mir die Teller, auf denen Rührei und
Sandwiches sind. Ich stelle sie mit dem Besteck was er mir dann noch
gibt neben mich ab, denn allein bei dem Geruch von dem Ei wird mir
schlecht. Was ist nur los? Ich spüre doch dass ich Hunger habe, aber ich
kann mir noch nicht mal vorstellen das zu essen. Raze hält eine Dose
hoch, um sie mir zu zeigen. »Die Salbe sollst du einmal täglich auf
deine Narbe schmieren. Für eine Woche. «, erklärt er und stellt sie auf
meinen kleinen Schrank und reicht mir dann die Packung mit den Tabletten
und die Flasche Wasser. Schmerztabletten. Ich bedanke mich und sehe auf
die Dose. »Das sagt wer? « Ich bin etwas verwirrt, schütte mir aber
nebenbei eine Handvoll von den Tabletten in die Hand und werfe sie mir
in den Mund. Ich weiß dass das viel zu viel ist, aber lieber bin ich
total dicht, als das ich mich mit diesen Schmerzen rumschlagen muss. Das
ganze spüle ich dann mit etwas Wasser runter.
Raze sieht mich
geschockt an, als ich die Tabletten schlucke. »Geht es dir noch ganz
gut? Willst du dich umbringen oder was? « Er ist sichtlich aufgebracht,
es ist mir aber egal, schließlich ist das mein Körper. »Na dann würden
auf jeden Fall die Schmerzen aufhören. «, antworte ich nur. Er sagt dazu
nichts mehr und kommt auf die Frage davor zurück. »Die Hexe hat das
gesagt. Sie meinte auch du sollst dich erst Mal nicht zu viel bewegen
und ich bin vollkommen ihrer Meinung. «
»Was denn bitte für eine
Hexe? « Ich kann es nicht leiden, wenn man mir etwas nicht richtig
erklärt und sich alles aus der Nase ziehen lassen muss. Vorsichtig
versuche ich ein weiteres Mal auf zu stehen und ignoriere damit total
das was er grade gesagt hat. Ich habe ihm schon mal gesagt dass ich mich
nicht rumkommandieren lasse und dabei bleibe ich auch. Bis auf die
Verbände und meiner Unterwäsche habe ich nichts an, also will ich mir
was aus meinem Schrank holen, bedenke dabei aber nicht, dass ich noch
sehr wackelig auf den Beinen bin. »Ich habe eine Hexe angeheuert, damit
sie dir Hilft. Sie hat den Fluch von dir genommen. «, erklärt er und
stützt mich neben bei, damit ich nicht umfalle. Ich bin überrascht, dass
er das überhaupt zulässt, aber auch dankbar, denn ohne ihn würde ich
ganz sicher stürzen. Ich höre ihm zu und kann nicht glauben was er da
sagt. Einerseits bin ich froh, dass ich den Fluch nicht mehr auf mir zu
liegen habe, aber andererseits hätte auch sehr viel passieren können.
»Du hast WAS? «. Er sieht mich an, als wüsste er nicht wovon ich rede.
»Versucht die zu helfen. «, entgegnet er locker. Ich koche innerlich vor
Wut. Wie kann man nur so unvorsichtig sein?
»Weißt du was die Hexe
gemacht hat? Die meisten die in diesem Geschäft sind haben keine Ahnung
vom Tuten und Blasen und was hast du eigentlich mit Aiden gemacht und wo
ist er? « Ich reiße mich los und sehe ihn fordern an. Die ganze Zeit
habe ich nicht an Aiden gedacht, aber jetzt kommt es in mir hoch. Tief
in mir weiß ich was mit ihm ist, aber ich will es nicht wahr haben.
Raze´ Miene verhärtet sich. Er hat damit nicht gerechnet, im Gegenteil,
er dachte dass ich ihm dankbar um den Hals falle, das sehe ich in seinen
Augen. »Ja verdammt, ich weiß es. Sie hat dir das Leben gerettet! « Er
ist wütend und verwirrt zu gleich. »Und was Aiden angeht, er hat das
bekommen was er verdient hat. «, schließt er. Ich sehe ihm an, das er
das was er getan hat nicht bereut. »Und das heißt? « Ich beiße meinen
Kiefer wütend und ängstlich zusammen. Ich ahne was jetzt kommt. Das mit
der Hexe ist mir egal, das Einzige was mich jetzt noch interessiert ist
Aiden. Raze sieht mir weiterhin in die Augen. Er wirkt kalt. »Na was
wohl. « Ich denke nicht nach, hole aus und schlage ihm mit der flachen
Hand ins Gesicht. Mein Herz klopft aufgeregt. Er hat meinen Bruder
umgebracht. Den Einzigen den ich von meiner Familie noch hatte, der
Einzige, der noch Kontakt mit meinem Vater hatte, der wusste wo er ist.
Ich deute auf die Tür. »Raus! «, sagte ich mir erstickter Stimme. Ich
weiß dass das falsch ist, er wollte mir nur helfen und Aiden hat mich
jahrelang gefoltert, aber ich kenne es nicht anders, deswegen bin, oder
war ich nicht wütend auf ihn. Ich hätte ihm alles verziehen, denn er war
mein Bruder. Ich spüre wie mir Tränen in die Augen steigen. Raze sieht
mich überrascht und verletzt an, aber er bleibt ruhig als er sagt: »Denk
mal darüber nach warum ich das getan habe. Warum in alles in der Welt
ich einen mordlustigen Psychoparten getötet habe. Bestimmt nicht, weil
es lustig und spaßig ist. « Darauf hin dreht er sich um und verschwindet
aus dem Zimmer. Wenige Sekunden später höre ich, wie die Haustür
geöffnet wird und sich dann wieder schließt. Ich sehe ihm nach, lasse
mich wie betäubt wieder aufs Bett sinken. Leise fange ich an zu weinen.
Was ist nur los? Der seelische Schmerz scheint den Körperlichen zu
übertünchen. Ich lege mich langsam hin und rolle mich zusammen. Es
dauert nicht lange, bis ich mich in den Schlaf geweint habe.

Ich
werde von dem klingeln meines Weckers geweckt. Ich sehe auf die Uhr.
Sechs Stunden habe ich geschlafen. Normalerweise müsste ich jetzt zur
Arbeit, aber in diesem Zustand wird das unmöglich sein. Ich sehe aus dem
Fenster. Es ist schon dunkel. Ich hieve mich hoch und sehe mich nach
meinem Handy um. Es liegt auf meiner Kommode. Ich stehe langsam auf.
Meine Wunden tun schon weniger weh, machen sich aber immer noch stark
bemerkbar bei jeder Bewegung. Mein Hunger meldet sich auch wieder.
Verdammt, was ist das nur? Ich sehe auf die Teller, die Raze mir vorhin
gemacht hat, aber mir kommt es gleich hoch, als ich daran denke das zu
essen. Ich versuche das zu ignorieren und hole erst einmal mein Handy.
Als ich auf das Display sehe, sehe ich dass ich drei unbeantwortete
Anrufe habe. Zuerst denke ich, dass sie von Raze sind, aber schnell
stelle ich fest, dass ich die Nummer nicht kenne. Ich wurde drei Mal
von derselben Nummer angerufen. In mir macht sich ein ungutes Gefühl
breit. Widerstrebend drücke ich auf Anrufen und halte mir mein Handy ans
Ohr. Es ertönt das Wählzeichen und dann ein Klingeln. Nervös kaue ich
auf meiner Lippe rum, bis sich eine Frauenstimme am anderen Ende der
Leitung meldet. »Londoner Hospital, Unfallstation, Schwester Meyers, was
kann ich für sie tun? «Mein Herz setzt einen Moment aus. »Ähm, sie
haben mich vorhin versucht drei Mal zu erreichen. «, erkläre ich immer
noch nervös. Warum sollte mich ein Krankenhaus anrufen? Die Frau scheint
etwas verwirrt zu sein, bleibt aber weiterhin freundlich.
»Würden sie mir bitte ihren Namen sagen? Vielleicht kann ich ihnen dann weiter helfen. «
Ich
schlucke schwer. »Luzifer Miller« Ich höre ein Tippen, sie scheint
meinen Namen in einen Computer ein zu geben. Es bleibt es paar Sekunden
still, dann meldet sie sich wieder.
»Ja tatsächlich. «, sagt sie so,
als wenn sie gedacht hätte, dass ich mir das nur ausgedacht hätte. Auch
wenn ich sie nicht kenne, aber ich kann sie nicht leiden. »Ein gewisser
Raze McCanly wurde hier eingeliefert und bei seinen Sachen haben wir
ihre Nummer gefunden. Wir wussten nicht wen wir hätten sonst anrufen
sollen. « erklärt sie ruhig. »Kennen sie ihn? « Mir fällt fast das Handy
aus der Hand. Natürlich kenne ich ihn du blöde Kuh, sonst würde meine
Nummer doch nicht bei seinen Sachen sein. »Ja. «, antworte, unfähig
etwas anderes zu sagen. Meine Gedanken überschlagen sich.
»W-Wie geht es ihm? Was ist passiert? «
»Gehören
sie zur Familie? «, fragt sie, ohne mir vorher meine Frage zu
beantworten. Meine Knie zittern stark. »Nein. Geht es ihm gut? «, frage
ich ein weiteres Mal, in der Hoffnung, dass sie sie mir diesmal
beantwortet. »Tut mir leid, aber wir dürfen solche Informationen nicht
an sie weitergeben, wenn sie nicht zu der Familie gehören. Aber es wäre
nett, wenn sie sie benachrichtigen. « Warum ruft sie mich denn an, wenn
sie mir nichts sagen kann? Denke ich aufgebracht. Und wie soll ich seine
Familie informieren, wenn ich sie nicht kenne? Ich lege auf ohne eine
Antwort zu geben, sie hätte mir eh nicht weiter geholfen. Einen Moment
stehe ich reglos im Raum, dann gehe ich an meinen Schrank, hole hektisch
irgendwelche Sachen raus und helfe sie mir über. Es ist mir egal wie
sehr meine Wunden dabei ziehen. Innerhalb von zwei Minuten bin ich
fertig, packe noch schnell meine Schmerztabletten in meine Tasche,
schnappe mir meine Autoschlüssel, die ich nur selten brauche, da ich
kaum fahre und stürme raus.

Ich öffne die Tür von Raze´ Zimmer.
Wie ich mir schon gedacht habe, wollten sie mich nicht zu ihm lassen,
aber ich habe mich einfach am Schalter vorbei geschlichen und habe mich
durchgefragt. Den ganzen Weg über konnte ich an nichts anderes denken
als an ihn und ich habe mindestens fünf rote Ampeln überfahren, die mir
den Führerschein kosten könnten. Ich gehe zu seinem Bett und setze mich
daneben auf einen Stuhl. Er sieht schlimm aus. Sein Gesicht ist
verbrannt, überall hat er Schläuche in seinem Körper zu stecken und er
ist am Sauerstoffgerät angeschlossen. Seine Arme und Beine sind in Gips
und sein Hals ist mit einer Halskrause umwickelt, so wie seine Stirn mit
einem Verband. Und das sind nur die Sachen die ich sehen kann, unter
der Decke geht es wahrscheinlich noch weiter. Mein Herz zieht sich
schmerzhaft zusammen. Was ist nur passiert? Ich sehe ihn einen Moment
an, dann kann ich seinen Anblick nicht mehr ertragen und lege meinen
Kopf auf sein Bett. Ich schließe die Augen und hoffe, dass er wieder
gesund wird. Es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, dass ich so bei ihm
liege, bis ich ihm aufkeuchen höre. »Scheiße. « Sofort schieße ich mit
dem Kopf nach oben. Ich sehe in seine geöffneten Augen und ich bilde mir
ein, dass ich noch nie etwas Schöneres gesehen habe. Ich bin unfähig
etwas zu sagen, sehe ihn stattdessen einfach nur an.
Er schließt
wieder die Augen. »Was ist passiert? «, fragt er schwach. Mein Mund
scheint sie wie von selber zu öffnen und zu reden. »Ich weiß auch nicht
so genau. Man hat mich angerufen und mir gesagt dass du hier bist.
Jemand hier meinte du hattest einen Autounfall, mehr weiß ich auch
nicht. Sie wollten mich noch nicht mal zu dir lassen. Es ist mir aber
ein Rätsel, warum sie grade mich angerufen haben. « Er sieht mich wieder
an. »Keine Ahnung. Vielleicht, weil ich dich auf Kurzwahl habe. « Ich
runzele die Stirn. »Du hast mich auf Kurzwahl? «, frage ich ungläubig.
Ich seufze und lasse das Thema wieder fallen. Es gibt grade wichtigeres,
als darüber nach zu denken. Ich sehe ihn traurig an. »Wie kannst du mir
nur so einen Schrecken einjagen? Du kannst mir doch nicht wochenlang
hinterher rennen und dann, wenn ich mich endlich an dich gewöhnt habe
sterben. « Ich sehe ihn vorwurfsvoll an, lächle aber leicht. »Ich lebe
noch. «, wendet er sofort ein, lächelt aber ebenfalls. »Der LKW hat mich
zwar erwischt, aber dennoch verfehlt. «
»LKW? Hat dir deine Mami
nicht beigebracht dass man LKWs lieber ausweichen sollte? « Ich sehe ihn
geschockt an. Ein LKW. Es ist ein Wunder das er überhaupt noch lebt.
Werwölfe sind zwar hart im Nehmen, aber nicht unsterblich. Einen Moment
lang sagt er nichts, liegt nur da und scheint nach zu denken. »Ich weiß
nicht. Er-Er kam aus dem Nichts. Ich bin mir nicht sicher, kann auch
sein das es meine Schuld war. Ich glaube ich habe eine Ampel übersehen.
«, gesteht er. Ich nehme vorsichtig seine Hand, darauf bedacht ihm nicht
weh zu tun. Das alles wäre nicht passiert, wenn ich ihn nicht weg
geschickt hätte, wenn ich nicht so dämlich gewesen wäre. »Es tut mir so
leid. «
»Brauch es nicht. Dummheit hat halt seine Strafe. « Er drückt
meine Hand leicht. Ich streiche sacht mit meinem Daumen über seinen
Handrücken. »Wieso Dummheit? «
»Jeder weiß, dass man sich beim Autofahren aufs Autofahren konzentrieren sollte. «
»Ja
das wäre schon nicht schlecht. «, gebe ich ihm recht. Immer noch halte
ich seine Hand. Er deutet ein leichtes Nicken an, zu mehr scheint er
momentan nicht in der Lage zu sein. »Ja finde ich auch. Und sollte ich
jemals wieder in ein Auto steigen werde ich mich daran halten. « Er
klingt sehr entschlossen und das beruhigt mich ein wenig. Wie kann man
nur so gut drauf sein, wenn man grade einen Unfall hatte? Er lächelt
leicht. »Apropos Auto, du weißt nicht zufällig wie es meinem geht? « Ich
schüttele den Kopf. »Nein. Wie gesagt: Ich hatte schon Glück das ich
hier rein gekommen bin. Aber ich denke dein kleiner Combi hatte gegen
den LKW keine Chance. « Allein bei dem Gedanken, das ein riesen LKW
gegen sein kleines Auto kracht, wird mir übel. Raze lacht leicht.
»Verdammt, jetzt darf ich mir einen neuen Wagen kaufen. « Wieder drücke
ich seine Hand. »Hauptsache du bist noch in einem Stück. « Immer noch
habe ich ein schlechtes Gewissen. Ich kann nicht leugnen, dass das alles
meine Schuld ist und er kann es auch nicht. Er lächelt mich schief an.
»Wohl wahr. « Er lässt seinen Blick über mich schweifen und sieht mich
dann fragend an. »Wie geht es dir? « Ich muss lachen. »Du wurdest gerade
von einem LKW zerquetscht und du fragst mich wie es mir geht? Ich habe
es immerhin zu Fuß hier her geschafft, du in einem Krankenwagen. Und im
Gegensatz zu dir kann ich mich bewegen. «, erwidere ich belustigt. Er
verzieht keine Miene, sieht mich nur vielsagend an. »Natürlich frage ich
wie es dir geht. Ich hatte nur einen blöden Autounfall und du warst
fast tot. «
»Wollen wir jetzt wirklich darüber streiten wem es
schlechter geht? « Ich habe keine Lust darüber zu reden. Hier geht es um
ihn und nicht um mich und das scheint er auch ein zu sehen, jetzt
grinst er wieder. »Nein nicht wirklich. « Er tastet an der Seite seines
Bettes rum und auf einmal fährt sein Kopfteil hoch. Ich sehe zu was er
macht. Er rupft sich die Pats vom Herzmonitor von der Brust, der sofort
anfängt zu Piepen. »Kannst du den mal bitte ausschalten bevor die Ärzte
hier rein stürmen? «, bittet er mich und macht sich schon den
Beatmungsschlauch ab. Ich stehe vorsichtig auf und mache den Monitor
aus, so wie er es wollte, bin aber mir der Sache nicht grade
einverstanden. Ich drehe mich wieder zu ihm und sehe ihn an. »Was hast
du vor? « Er macht sich von sämtlichen weiteren Geräten ab und befreit
sich von seiner Halskrause. »Ich gehe nach Hause? «, antwortet er, als
wäre das selbstverständlich. Ich sehe ihn besorgt an und gehe wieder zu
ihm rum. »Denkst du das ist eine gute Idee? Bleib doch noch einen Tag.
Mich zwingst du still zu sitzen und selber bist du nicht besser. « Ich
lasse meine Stimme extra vorwurfsvoll klingeln, um an sein Gewissen zu
appellieren, aber das nützt bei ihm nicht. »Es gibt da einen kleinen
Unterschied zwischen uns. Deine Wunden haben sich noch sieben Stunden
danach immer noch nicht geschlossen und ich spüre bereits wie es anfängt
zu heilen. Und es wäre nicht so gut, wenn die Ärzte das mit kriegen. «
Ich ziehe bockig eine Lippe vor. »Bist du immer so stur? « Er nickt.
»Meistens. « Ich sehe ein Licht am Ende des Tunnels, als er sich streckt
und ich es laut knacken höre. »Ah, scheiß Knochen. «, beschwert er
sich. »Siehst du! Du solltest noch hier bleiben« Ich setze mich neben
ihn und sehe ihn von der Seite her an. »Ich halte dir auch die Ärzte vom
Hals. «, verspreche ich ihm und hoffe das ich ihn damit kriege. Er
scheint es sich einen Moment durch den Kopf gehen zu lassen, dann grinst
er schief und sieht mich an. »Ich bleibe, aber nur wenn du auch
bleibst. « Ich sehe ihn verwirrt an. »Was soll ich denn hier? « Will er
es wegen meinen Wunden? Das wäre auf jeden Fall das Einzige was logisch
wäre. »Du leistest mir Gesellschaft was sonst? « Ach ja, oder das. Einen
Moment lang sehe ich ihn prüfend an und zucke dann die Schultern, was
ein Fehler ist, denn sofort spüre ich einen ziehenden Schmerz auf dem
Rücken. Ich ignoriere es. »Wenn es weiter nichts ist. «, sage ich nur,
aber Raze kann ich nichts vor machen. Er scheint alle meine Bewegungen
genau zu beobachten. »So und nun lenk nicht wieder ab! Wie geht es dir?
« Er wirkt ernst und besorgt zu gleich. Ich weiche seinem Blick aus.
»Geht schon. «, lüge ich. Aber die Wahrheit ist, dass es sich immer noch
so anfühlt, als wenn ich innerlich in Flammen stehen würde und mein
Hunger quält mich noch immer, dazu kommen meine zahlreichen Wunden, die
bei jeder Bewegung schmerzen und von meinem Kiefer brauche ich gar nicht
erst reden. Er schnaubt. Natürlich weiß er dass ich lüge. »Ja klar. «,
entgegnet er sarkastisch. »Jetzt sag das noch mal, sieh mich an und mein
es ernst. « Ich drehe meinen Kopf zu ihm und sehe ihn an. »Mir geht es
gut. « Ich denke nicht daran einzugestehen wie schlecht es mir geht, das
geht ihn auch nichts an, nicht wirklich.
Er schüttelt den Kopf.
»Ich glaube dir nicht. « Er nimmt den Schlauch vom Tropf und reicht ihn
mir. »Willst du was? « Er meint es wirklich ernst. Ich muss lachen, aber
nicht ohne Schmerzen. »Nein danke, ich habe meine Tabletten bei. «
»Hast du auch die Salbe bei? « Ich stehe total auf dem Schlauch und sehe ihn verwirrt an.
»Was für eine Salbe? «
»Also
nicht. «, schließt er daraus. »Na die Salbe von der Hexe, für deine
Narbe« Er steht auf. »Ach man, es gibt eine kleine Planänderung: Wir
gehen doch nach Hause. «Ich bleibe sitzen. Na toll.
»Nein wieso? Ich
werde schon nicht sterben wenn ich sie heute nicht benutze. « Mit aller
Macht hoffe ich, dass er nachgibt, auch wenn ich weiß das es wenig Sinn
hat. Er sieht mich an. »Ich will es nicht rausfinden. Lass und einfach
kein Risiko eingehen. « Ich sehe ihn leidig an, stehe auf, nehme seine
Hand und ziehe ihn weiter zu mir, setze mich dann wieder hin. Ich sehe
zu ihm auf. »Bitte Raze. Schlimmer als vorher kann es gar nicht werden
und wenn du willst, dann schmiere ich mir die Salbe morgen zwei Mal
rauf. Aber lass uns heute einfach hier bleiben, ja? « Ich sehe ihn
bittend an. Der heutige Tag war schon ansträngend genug, da will ich ihn
nicht auch noch aus dem Krankenhaus schleppen müssen. Raze sieht mich
an, mustert mich. »Okay, aber nur weil meine Beine noch leicht
angebrochen sind und ich nicht sonderlich gut laufen kann. « Er lächelt
mich leicht an. Ich bin erleichtert und nicke. »Damit bin ich schon
zufrieden. «, versichere ich ihm. Langsam lege ich meine Beine aufs Bett
und achte darauf mich nicht zu sehr zu bewegen. Ich rutsche an den Rand
und klopfe auf die Freie Seite, um Raze zu sagen das er her kommen
soll. Er kommt auf mich zu und legt sich aufs Bett und rutscht an mich
ran, deckt uns beide mit der Decke zu und lässt das Bett wieder runter
fahren. Ich kuschle mich an ihn rann und lege meinen Kopf auf seine
Brust, dabei achte ich auf unsere Wunden. Er legt einen Arm um mich,
sagt aber nichts. Mein Atem geht ruhig. Ich denke an das was passiert
ist. Was er mir gesagt hat, das er mich liebt und wie ich mich seit dem
benommen habe und daran, das er mir das Leben gerettet hat und ich ihn
nur weggeschickt habe. Ich fühle mich mies. Er hat das nicht verdient.
Ich schürze die Lippen und die Tränen beginnen in meinen Augen zu
brennen. »Danke. «, sage ich leise. »Wofür? « Er streicht mir leicht
über den Rücken, ohne mir wehzutun. »Für alles. « Meine Stimme bricht,
aber ich rede weiter: »Und es tut mir leid wie ich mich verhalten habe.
Ich weiß das du-das du das nicht wolltest. « Ich hoffe das er weiß, dass
ich damit Aiden meine, denn ich will es nicht aussprechen, dafür ist es
noch zu frisch. »Ich würde so einiges für dich tun. «, sagt er leise.
Ich spüre wie ich eine Gänsehaut kriege. Ich lege meinen Kopf in den
Nacken und sehe zu ihm auf. Natürlich weiß ich warum er das würde und
das trägt zu meinem schlechten Gewissen bei. »Ich liebe dich nicht,
Raze. «, sage ich sanft. Ich will ihm nicht wehtun und es ist besser,
wenn ich es ihm jetzt sage, als das ich ihn Hoffnungen mache. Er sieht
mir in die Augen und nickt leicht. »Ich weiß. « Er klingt leicht
traurig. »Tut mir leid. «, sage ich und mein es auch so. Er ist der
beste Mensch den ich je kennengelernt habe und ich wünschte wirklich ich
würde mehr für ihn empfinden, aber ich weiß auch dass er sich das alles
nur einbildet. Er liebt mich nicht, das ist nicht möglich. Raze lacht
schwach.
»Gefühle sind Dinge die man nicht beeinflussen kann. Es muss dir also nicht leidtun. «
»Doch
das muss es. « Ich setze mich auf und sehe ihn ernst an. »Ich würde
nichts lieber, aber es gibt Dinge … «, ich breche ab und setze wo anders
an. »Es tut mir leid. « Er lächelt, nickt und zieht mich dann wieder zu
sich runter. Ich lege mich wieder auf seine Brust und seufze. Ich bin
froh dass wir drüber geredet haben und ich jetzt entspannt meine Augen
schließen kann. Von uns beiden sagt keiner mehr etwas. Er streicht mir
wieder über den Rücken, wie eben und es dauert nicht mehr lange und ich
bin eingeschlafen.

Ich öffne langsam meine Augen. Ich brauche
einen Moment um zu begreifen wo ich bin. Im Krankenhaus. Noch immer
liege ich auf Raze Brust. An seiner Atmung erkenne ich, dass er wach
ist. Er streicht mir leicht über den Arm. Ich strecke meine Arme, was
ein Fehler ist, denn sofort melden sich meine Wunden wieder. Es scheint
wieder schlimmer geworden zu sein. Ich stöhne kurz auf und entspanne
mich dann wieder. »Morgen. «, begrüßt mich Raze, dann verstummt er. Er
nimmt meinen Arm in seine Hand, zieht ihn zu sich und mustert ihn. Ich
sehe ihn verwirrt an.
»Deine Adern sind rot. « Ich richte meinen
Blick auf meinen Adern und sehe es dann auch. Sie sind tatsächlich rot
und schimmern leicht unter meiner Haut hervor. Langsam setze ich mich
auf, ohne ihm meinen Arm zu entziehen. Ich streiche mit einem Finger
über einer der Linien. Sie fühlen sich normal an. »Wird schon nichts
schlimmes sein. « Raze sieht mich genau an. »Das ist nicht normal. «
Ich lache leicht auf. Das war die denkbarste schlechteste Wortwahl. »Was ist an mir schon normal? «
Ich
entwinde meinen Arm aus seinem Griff. »Das sind bestimmt nur
irgendwelche Nachwirkungen von dem Fluch. «Ich glaube mir selber nicht,
aber was soll ich ihm denn sagen? Das ich denke das Aiden das was er vor
hatte wahrscheinlich auch geschafft hat? Nein das kann ich nicht.
»Okay, wenn du meinst. «, sagt er. Ich bin überrascht, denn
normalerweise gibt er nicht so schnell auf, aber vielleicht glaube er
mir einfach nur. Ich klammere mich an die zweite Variante. »Ja mein ich.
«
Ich stehe vorsichtig auf. Jede Bewegung tut weh. Ich habe das
Gefühl, das meine Schmerzen noch schlimmer geworden sind. Hatte das mit
meinen roten Adern zu tun? Mein Mund fühlt sich trocken an. Ich muss auf
jeden Fall etwas trinken, sonst verdurste ich noch. Wann hatte ich
überhaupt das Letze mal etwas getrunken, geschweige denn gegessen? Ich
weiß es nicht. Ich stehe langsam auf und achte darauf nicht um zu
kippen, denn mein Gleichgewichtssinn lässt stark zu wünschen übrig. Auch
Raze setzt sich jetzt auf und reibt sich die Stirn. »Ich geh mal gucken
wo ich hier Klamotten her kriege. Ich will so schnell wie möglich hier
raus. « Ich lasse meinen Blick über seine Krankenhausklamotten gleiten
und kann mir ein Lächeln nicht verkneifen. »Mach das. « Er steht auf,
humpelt zur Tür und verschwindet ohne noch etwas zu sagen. Ich stehe
jetzt alleine in seinem Zimmer und sehe mich um. Langsam beginne ich
mich zu strecken, meine Glieder zu lockern. Es ist ein unglaublicher
Kampf. Die ganze Zeit beiße ich mir auf die Zunge, um nicht laut zu
schreien.
Raze kommt schneller wieder als ich gedacht hätte. Er hat
tatsächlich etwas gefunden und ich frage mich woher er die Sachen hat,
wahrscheinlich von einer Leiche. Über den Gedanken muss ich leicht
schmunzeln. Er hat ein einfaches weißes Shirt und eine ausgewaschene
Jeans an. »So, von mir aus können wir los. «, sagt er nach dem er die
Tür hinter sich geschlossen hat. Ich nicke. »Ja okay, aber ich muss noch
mal kurz weg. « Mein Hunger ist nun nicht mehr zum Aushalten. Irgendwo
in diesem Krankenhaus wird es schon etwas Essbares geben. Rede ich mir
ein und laufe auf die Tür zu. »Ich bin gleich wieder da. «, verspreche
ich ihm und lasse ihn alleine im Raum zurück. Ohne ein bestimmtes Ziel
zu haben, irre ich auf den Fluren herum. Bis jetzt ist niemand auf mich
aufmerksam geworden, aber das wird nicht mehr lange so bleiben. Irgendwo
musste doch hier die Cafeteria sein. Aufmerksam sehe ich mich um, um
auch keine Essensgelegenheit zu verpassen. Ich laufe einen breiten Gang
lang. Es ist viel los, überall rennen Schwestern von einer Tür zur
anderen und ein paar Ärzte kreuzen meinen Weg. Ein Arzt sticht mir
besonders ins Auge. Er verschwindet gerade in einem Raum. Er ist leicht
asiatisch angehaucht und schlank, ich kann aber nicht sagen, warum grade
er mir auffällt, aber mit einem Mal weht mir ein verführerischer Duft
entgegen. Wie in Trance gehe ich auf die Tür zu, durch die er grade
verschwunden ist. Ich öffne sie und dahinter ist ein relativ kleiner
Raum. In der Mitte ist ein Bett und auf dem Boden ist eine rote Pfütze.
Blut. Dieser Raum schien vor kurzem noch benutzt gewesen zu sein. Meine
Augen scheinen sich zu verändern. Ich sehe klarer, jedes einzelne
Staubkorn was in der Luft rumwirbelt. Mein Atem wird schneller. Spitze
Zähne schießen mir aus den Eckzähnen und mit einem Mal tut mein Kiefer
nicht mehr weh, sie waren es also die ganze Zeit, die mir diese
Schmerzen verursacht haben, jetzt verspüre ich nur noch diesen
unglaubliches Hunger, der jede Sekunde zu wachsen scheint. Wie gebannt
stehe ich in diesem Raum. Nur ich und dieser Mann. Der Arzt nimmt grade
Sachen aus einem Schrank, als er mich hört und sich um dreht. »Was
machen sie hier? «, fragt er entgeistert. »Sie dürfen hier nicht sein. «
Er kommt auf mich zu. Auf dem Arm hat er eine Menge silberne
Instrumente. Ohne darüber nach zu denken, ohne es kontrollieren zu
können, packe ich seinen Arm, schleudere ihn rum und drücke ihn gegen
die Wand. Die Sachen, die er eben noch auf dem Arm hatte fallen
scheppernd zu Boden. Ich muss lächeln und entblöße dabei meine Zähne,
darunter auch meine neuen Fangzähne. Er sieht mich geschockt an, doch
als ich ihn küsse merke ich wie er mich erwidert. Das Blut rauscht mir
in den Ohren. Ich habe keine Kontrolle mehr über mich. Mit meinem Mund
wandere ich runter zu seinem Kiefer bis zu seinem Hals. Mit meiner Zunge
taste ich nach seiner Schlagader und habe sie schon bald gefunden. Sie
pocht aufgeregt unter meinen Küssen. Sie verführt mich dazu zuzubeißen.
Ich kann hören wie der Mann erschrocken aufkeucht. Warmes Blut läuft mir
in den Mund. Ich fange an zu saugen. Ich will mehr. Ich habe solchen
Hunger. Mit beiden Händen umklammere ich seinen Hals. Er wehrt sich
nicht, lässt alles über sich ergehen. Ich kann hören wie ich lustvoll
stöhne. Ich drücke meinen ganzen Körper an ihn und kann spüren, dass er
ebenfalls erregt ist. Es ist mir egal. Ich spüre wie das Blut meinen
Hals runterfließt und in meinen Organismus gelangt. Es stärkt mich. Ich
fühle förmlich, wie meine Wunden anfangen zu heilen und wie ich mit
jedem Schluck stärker werde. Abrupt lasse ich von ihm ab und sehe ihn
geschockt an. Seine Augen sind so dunkel, dass ich mich daran spiegeln
kann. Meine Lippen sind rot vom Blut und meine Augen haben sind golden
verfärbt. Was habe ich nur getan? »Tut mir leid. « stammle ich vor mich
hin. Ich weiß nicht was ich jetzt machen soll. Ich sehe kurz zur Seite,
dann wieder ihn an. Ich drücke ihn an den Schultern an die Wand und sehe
ihn eindringlich an. »Es tut mir leid. «, sage ich ein weiteres Mal.
»Das hier ist nie passiert, okay? Du wirst niemanden davon erzählen« Der
Mann nickt langsam. Er scheint wie paralysiert. Ich hätte nicht
gedacht, dass er auf mich hört. Mit Geschrei hätte ich ehr gerechnet. Er
hätte ja auch allen Grund dazu. Ich bin ein Monster, ein Monster das
ihn fast ausgesaugt hätte.
Ich lasse ihn los. Sofort bückt er sich
und hebt seine Sachen auf, dann dreht er sich zur Tür und geht, so als
wenn nichts gewesen wäre. Was wird er sagen wenn die anderen ihn fragen
woher er die Bisswunde am Hals hat? Ich schüttele den Kopf. Ich will
nicht darüber nachdenken, was ich grade getan habe, was ich bin. So
schnell wie möglich muss ich hier raus. Ich reiße dir Tür auf und renne
raus. Ich habe so gut wie keine Schmerzen mehr. Endlich kann ich mich
ungehindert bewegen. Wenigstens das. Ich stürme fast in Raze´ Zimmer.
»Können wir jetzt gehen? « Ich will nichts anderes als weg hier. Mein
ganzer Körper zittert unkontrolliert. Raze sitzt auf dem Bett und
scheint sich die ganze Zeit über nicht bewegt zu haben. Wie lange war
ich überhaupt weg? Er mustert mich.
»Wo warst du? «
»Nirgendswo,
lass uns einfach gehen. « Ich sehe ihn bittend an. Merkt er denn nicht
wie eilig ich es habe? Ich höre ihn seufzen. »Okay.«

»Uh, das war
zu weit. «, stöhnt Raze und lässt sich auf mein Sofa sinken. Er humpelt
noch immer stark und man sieht ihm an, dass ihm alles weh tut. Den
ganzen Weg zu mir nach Hause konnte ich an nichts anderes denken, als an
den Arzt den ich fast ausgesaugt hätte. Ich habe nichts gesagt und auch
jetzt bringe ich kein Wort raus. Ich stehe ihm Raum und starre vor mich
hin. Aiden hat es geschafft. Ich habe Blut getrunken, ich bin ein
Monster. Ich bin ein Hybrid.
Raze sieht mich an. »Alles okay? « Ich
weiß das er schon die ganze Zeit weiß das etwas nicht stimmt, aber bis
jetzt hat er nichts gesagt. Ruckartig sehe ich ihn an. »Ja, geht schon.
«, sage ich nur und gehe in mein Zimmer und hole mein Essen von gestern
raus. Jetzt weiß ich warum ich es nicht essen konnte. Ich bringe es in
die Küche und schmeiße es weg, dabei komme ich an meinen Großen Spiegel
vorbei, der im Flur hängt. Ich bleibe stehen und sehe mich an. Meine
Augen haben wieder ihre normale Farbe. Blau. Und auch meine roten Adern
sind nun wieder blau, es hatte also wirklich damit zu tun. Ansonsten
sehe ich total verändert aus. Meine Haut wirkt brauner und meine Lippen
voller. Ich fahre mir übers Gesicht und meine Haare. Beides fühlt sich
weicher. Ich seufze. Wie soll ich nur damit leben? Wie soll ich es Raze
sagen? Nein. Ich werde es Raze nicht sagen. Was würde er den denken,
oder sagen? Ich bin ein Monster und ich würde ihm keine Vorwürfe machen,
wenn er auch so denken würde. Um ehrlich zu sein bin ich mir sicher,
dass er so denken würde. Es ist besser wenn er es nicht weiß. Aber mit
Lucas muss ich reden. Ich weiß dass er mich nicht verurteilen wird. Er
kennt mich. Noch eine ganze Weile sehe ich mich im Spiegel an. Ich muss
mich irgendwie ablenken, denn so konnte es nicht weiter gehen. Ich gehe
wieder zu Raze ins Wohnzimmer, auf den Weg dorthin hole ich die Salbe
von der Hexe aus meinem Zimmer. Ich stelle mich vor Raze und halte ihm
die Salbe hin. »Hilfst du mir? « Ich kann nicht verhindern zu zittern.
»Und es wäre auch toll wenn du mir mit meinen Verbänden helfen würdest.
Ich glaube -«, oder weiß, »dass sie schon besser aussehen. « Krampfhaft
bemühe ich mich um einen normalen Ton, was mir auch relativ gut gelingt.
Er nimmt die Salbe und nickt, nimmt meine Hand und zieht mich auf das
Sofa. Ich drehe ihm den Rücken zu und nehme meine Haare vom Rücken. Er
schiebt mein Shirt hoch und fängt an die Salbe auf meiner Narbe zu
verteilen. Sie fühlt sich angenehm kühl an. Ich schließe die Augen, doch
Raze ist schnell fertig und stellt sie bei Seite. Ich bin etwas
enttäuscht, sage aber nichts. Er beginnt die Verbände ab zu machen. »Sie
sind weg. Nicht mal Anzeichen das dort mal welche Waren. «, sagt Raze
verblüfft. Ich wusste schon vorher dass von meinen Wunden nicht mehr
viel zu sehen sein wird. Jetzt ist er bei dem Verband angekommen, der
meine Brust verdeckt. Er zögert, macht ihn dann aber auch ab. Ich spüre
deutlich wie seine Hände an meiner Haut zittern. Sobald er den Verband
ab hat zieht er mein Shirt wieder runter. Ich bin mir sicher dass er
nicht hingeguckt hat. Ich muss lächeln. Er ist wirklich süß. Ich drehe
meinen Kopf und sehe ihn über die Schulter hinweg an. »Schüchtern? « Ich
sehe wie er leicht rot wird. »Nein, wieso? « Mein Lächeln wird zu einem
breiten Grinsen. »Weil du rot wirst wie ein kleiner Junge, der erwischt
wurde, wie er einem Mädchen zu sieht, wie sie sich umzieht. « Ich setze
mich zu ihm rum um ihn besser zu sehen. »Nö, sehe ich nicht ein und
abgesehen davon heißt das nicht ich bin schüchtern. Nur das ich ein
winziges Problem damit hebe dir an den Möpsen rum zu fummeln. « Ich
lache laut auf. Er ist echt niedlich. »Ich kenne eine Menge Männer, die
damit kein Problem hätten. Ich habe ja von Anfang an gewusst, dass du
schwul bist. « Ich deute auf meine Brüste und sehe ihn lächelnd an.
»Willst du mal anfassen? Die sind echt. « Ich meine das Angebot ernst,
gehe aber nicht davon aus dass er es annehmen wird. »Ja, weil diese
Männer schlecht erzogen sind und einfach nur Schweine, also nein ich
will sie nicht anfassen. « Er sieht mich an und schüttelt dabei den
Kopf. Ich runzle dir Stirn. Man war er spießig. »Das heißt doch nicht
dass sie Schweine sind. Die meisten sind echt nett. « Ich sehe ihn genau
an, dann greife ich nach seiner Hand und drücke sie an meine Brust.
Manche muss man einfach zu ihrem Glück zwingen. »Ist das jetzt so
schlimm? « Er funkelt mich böse an, ich merke aber das er es nicht ernst
meint. Er zieht seine Hand weg und grinst leicht. »Ich habe sie nicht
angefasst, nur unter Zwang berührt. « Dann sieht er mich ernst an,
diesmal meint er es aber so. »Nein, nicht schlimm. Ich will das einfach
nur nicht. «Ich grinse ihn an. »Auch komm schon, sei nicht so verklemmt.
Du musst dir keine Gedanken machen wie du dich mir gegenüber verhältst.
Ich bin da ziemlich schmerzfrei. « Ich mache eine kleine Pause und rede
dann weiter. »Willst du irgendetwas über Frauen wissen? Ich könnte dir
Tipps geben. « Schließlich würde ihm eine Freundin gut tun, denke ich.
Er schüttelt bestimmt den Kopf. »Ich habe keine Fragen und Tipps brauch
ich auch nicht, danke. « Ich lege den Kopf schief und sehe ihn fragend
an. »Sicher? Ich hab das schon oft bei Lucas gemacht. Man könnte meinen
ich bin ein Profi. « Ich lächle ihn freundlich an und warte darauf das
er etwas sagt. Er runzelt die Stirn. Man sieht ihm an das er sich
unsicher ist. »Meinst du jetzt das rumfummeln, oder Tipps geben? « Ich
lache laut auf. »Wie du willst. « Ich provoziere gerne. Natürlich hat
mich Lucas noch nie angefasst, auch wenn wir oft rumalbern was so was
angeht. Raze sagt nichts mehr, sondern zieht nur ein langes Gesicht.
Ihm passt etwas nicht, aber ich kann nicht sagen was. »Was ist? «, frage
ich. »Ich wollte nicht wissen was du mit Lucas alles treibst. « Ich
rolle mit den Augen. »Du tust grade so, als hätte ich dir gesagt wo und
wie ich es mit ihm getrieben habe. « Ich merke nicht wie sich das
anhört. Ich habe noch nie mit Lucas geschlafen und habe es auch nicht
wirklich vor. Nicht zwangsläufig. »Na vielen Dank. Jetzt weiß ich noch
mehr was ich nicht wissen will. Manche Dinge sollte man wirklich für
sich behalten. «, blufft er mich an. Ich sehe ihn unschuldig an. »Was
habe ich denn gemacht? Ich habe doch gar nichts gesagt. « Was ist denn
sein Problem? Er verdreht die Augen. »Ja ne, ist klar. « Er fängt mich
langsam an zu nerven. »Was ist dein verdammtes Problem? Verklemmt sein
ist ja eine Sache, aber jetzt rumzicken wegen einer Sache die ich noch
nicht mal weiß? « Ich weiß das ich jetzt etwas zickig werde, aber er hat
angefangen. Ich habe ihm nichts getan und er hat auch keinen Grund
jetzt so zu sein. Jedenfalls nicht das ich wüsste. »Ich bin nicht
verklemmt. «, streitet er ab. »Und ich wollte einfach nicht wissen was
du mit Lucas treibst und getrieben hast. Ich wollte es einfach nicht
wissen. «
»Wer hat denn bitte gesagt dass ich es mit Lucas getrieben habe? «
»Na
du. « Ich sehe ihn an. Das kann doch nicht wahr sein. »Nein habe ich
nicht. Was ist denn nur los mit dir? « Ich sehe ihn fragend und
angepisst zugleich an. »Doch. «, besteht er drauf, antwortet aber nicht
auf das andere. Ich habe keine Lust mehr und werfe ergeben meine Arme
hoch. »Dann glaub mir halt nicht, ist mir egal. « Ich lehne mich in die
Kissen meines Sofas. »Wie kann man nur so empfindlich sein? «, murmle
ich vor mich hin und sehe auf meine Hände. »Nein bin ich nicht. «
»Doch,
wie ein bockiges Kleinkind. « Ich spiele mit dem Gedanken ihn raus zu
schmeißen. Ich habe schon genug Probleme, da habe ich keine Lust mich
mit ihm auch noch rum zu schlagen. Ablenkung nenne ich das nicht grade.
»Nein, ich habe einfach nur keinen Bock darauf. « Jetzt sehe ich ihn
wütend an. »Bock WORAUF? Du hast dich doch grade so zickig, ich nicht.
Ich habe nichts gemacht. « Er sagt nichts mehr. Starrt nur vor sich hin.
Ich stöhne genervt und stehe auf. »Mach doch was du willst. Ich gehe
jetzt zur Arbeit, ich hatte keine Zeit mich dort zu melden. Wenn ich
wieder komme bist du bitte weg, ich will meine Ruhe haben. « Ich weiß
dass das vielleicht etwas hart war, aber ich habe keine Lust mich mit
ihm rumzuschlagen, wenn er ohne Grund so schlecht drauf ist. Ich nehme
meine Jacke und gehe raus zur Arbeit. Seit heute Morgen habe ich mich
nicht gemeldet, obwohl ich eigentlich Arbeiten sollte. Ich kann von
Glück reden, wenn sie mich nicht kündigen.
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Kapitel 13 – Hybrid
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