Das Blut der Unsterblichen

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 Kapitel 11 – Die Narbe

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AutorNachricht
Luzifer McCanly
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Anzahl der Beiträge : 12091
Anmeldedatum : 22.11.11

BeitragThema: Kapitel 11 – Die Narbe   Mo Aug 13, 2012 7:44 pm

Kapitel 11 – Die Narbe

Ich
sitze mit Raze auf dem Sofa. Wir sind bei mir und wollen einen
Fernsehabend machen. Seit meinem Anfall in dem Geisterkabinett sind zwei
Wochen vergangen, seitdem haben wir nicht mehr darüber gesprochen, aber
wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht. Es fällt mir schwer
Leute an mich ran zu lassen, ich würde sogar sagen es ist unmöglich,
aber Raze hat es in nur ein paar Wochen geschafft mich zu knacken. Klar,
ich habe ihm meine Lebensgeschichte nicht erzählt, um ehrlich zu sein
habe ich ihm nichts über mich erzählt, aber bei ihm fühle ich mich
sicher. Ich habe das Gefühl, das er mich so nimmt wie ich bin und egal
was ich sage, er würde immer zu mir halten. Das bringt mich aber noch
lange nicht dazu weniger Angst zu haben. Ich weiß nicht wann, oder ob
ich ihm je etwas über mich erzählen werde, aber ich weiß: wenn ich
jemanden etwas über mich erzählen würde, dann wäre es er. Raze sitzt
neben mir und sieht mich auf einmal an.
»Was wollen wir sehen? «,
fragt er mich. »Ich beuge mich sofort vor und nehme die Tv-Zeitung von
meinem Tisch und schlage sie auf. »Also zur Auswahlstehen: Einfach zu
haben, Let´s Dance, Liebe auf Umwegen oder Selbst ist die Frau. «, lese
ich vor, dann sehe Ich ihn fragend an und warte auf seine Wahl. Ich
brauche nicht lange warten, denn er hat sich schnell entschieden.
»Einfach zu haben. «
Ich nicke, lege die Zeitung wieder weg und nehme
die Fernbedienung. Schnell schalte ich auf den entsprechenden Sender
und lege sie dann wieder weg. »Alles klar. « Ich lehne mich zurück, an
ihn und lege meine Füße auf den Tisch und warte darauf, dass es losgeht.
Raze war mir inzwischen so vertraut, dass ich keine Angst vor Körper
Kontakt hatte, nicht das ich das irgendwann mal hatte, aber es fühlt
sich für mich jetzt an, als wäre es das normalste der Welt und richtig.
Gemeinsam warten wir, bis der Film losgeht. Er lehnt sich ebenfalls
zurück und nimmt die Popcornschüssel vom Tisch, nimmt ein paar und
steckt sie sich in den Mund. Der Film fängt an. Ich sehe gespannt auf
den Bildschirm und achte nicht auf Raze, muss aber lächeln, weil die
Situation so vertraut für mich scheint.
Hin und wieder spüre ich das
Beben seines Körpers, als er an einer lustigen Stelle Lacht. Ich mag
das Gefühl. Ich rutsche etwas tiefer und kuschle mich nun richtig an
seinen Körper. Nach einer Weile ist Werbung. Ich seufze genervt.
Verdammtes Free-Tv. Ich hebe die Arme und strecke mich, kneife die Augen
zusammen und drücke mich dadurch leicht an Raze. Daraufhin entspannte
ich mich wieder und kuschle mich wieder richtig an ihn. Die Müdigkeit
beschleicht mich langsam. Ich habe heute viel gearbeitet und bin etwas
geschlaucht und die Werbung hilft mir dabei nicht gerade. »Ich hasse
Werbungen. «, sage ich gedankenverloren, ohne genau Raze anzusprechen.
Er legt wie selbstverständlich einen Arm um mich. »Wieso das denn? « Ich
kann sein Gesicht nicht sehen, aber ich könnte schwören, dass er
lächelt, wie immer. »In ihr kommt nur Schrott, nichts was ich nicht
schon wüsste. «, erkläre ich ihm im gelangweilten Ton und starre dabei
weiterhin auf den Bildschirm, auf dem grade eine Werbung für
Toilettenpapier kommt. Wer braucht denn bitte Werbung für Klopapier? Es
ist ja schon peinlich genug es zu kaufen, da müssen sie und nicht auch
noch damit nerven. »Und ich dachte schon wegen der Einschlafsgefahr. «,
sagt er gutgelaunt und klingt im Gegensatz zu mir gar nicht Müde. Ich
schüttele leicht den Kopf. »Nein das stört mich nicht so. «
Wieder
kann ich spüren wie er lacht. »Ich schlafe so gut wie immer ein. «,
gesteht er. Jetzt lache ich ebenfalls. »Du Amateur! «, ziehe ich ihn auf
und lege den Kopf in den Nacken um ihn an zu sehen. Ich sehe sein
Grinsen. Ein paar Sekunden sage ich nichts, denke nur nach. »Willst du
mit mir schlafen? «, frage ich dann. Ich weiß dass es unvorbereitet kam
und dass wir das Thema schon gefühlte hundert Mal hatten, aber ich
musste ihn einfach noch mal fragen, um sicher zu gehen. Ich sehe ihn
ernst an.
Er sieht mich leicht geschockt an, wie auch sonst und
schüttelt dann den Kopf. »Nein. «, ist das Einzige was er dazu sagt.
Ich drehe mich jetzt ganz zu ihm um, drehe dabei meinen ganzen Körper.
»Darf
ich fragen warum? Bin ich nicht dein Typ? «, frage ich neugierig, denn
es interessiert mich wirklich. Bis jetzt bin ich niemanden begegnet, der
nicht mit mir schlafen wollte, was ist also anders an ihm? Er lächelt.
»Doch
schon. Du bist mein Typ, aber Sex ist so ´ne Sache, die mir relativ
unwichtig ist. « Ich runzle die Stirn. Mit seiner Aussage kann ich rein
gar nichts anfangen. Für welchen Mann ist Sex denn bitte unwichtig? Ich
muss zugeben dass ich leicht verwirrt bin und harke weiter nach um
schlau aus ihm zu werden. »Wie meinst du das? «
»Sagen wir so: …«,
versucht er es noch einmal. »Ich finde Sex unwichtig. Ich weiß nicht wie
ich es erklären soll. Sex ist halt nichts alles. Es gibt andere Dinge,
wichtigere Dinge. «, bringt er zu ende.
Ich sehe ihn verwirrt an,
versuche das alles zu sortieren. »Also willst du nicht mit mir schlafen,
weil es wichtige Dinge gibt? Aber im Prinzip würdest du schon gerne
oder wie? «
»Mit wichtigen Dingen meine ich hauptsächlich so was wie
Freundschaft. Ich mache das nicht mit Sex kaputt. « Ern klingt wie in
einem Liebesfilm, das sage ich ihm aber nicht. Er sieht mich einen
Moment nur an und beantwortet mir dann noch einmal meine erste Frage.
»Nein ich will nicht mit dir schlafen, dafür bist du mir zu wichtig. «
Er scheint es wirklich ernst zu meinen, gut das schien er auch bei den
anderen Malen, als wir das Thema hatten. »Ich weiß nicht, besser kann
ich es nicht erklären. Ich kann dir nur sagen: Klar, gegen Sex an sich
habe ich nichts, aber für mich war von Anfang an klar, mit dir nicht.
Dich wollte und will dich immer noch kennen lernen. « Ich kann spüren
dass er sich bei dem Thema unwohl fühlt, also lasse ich es fallen. Er
hat mir jetzt schon wirklich oft genug gesagt, dass er nichts von mir
will, irgendwann muss es ja mal reichen. Ich glaube ihm, ich habe ihm
auch davor schon geglaubt. Aber das hier, das löst etwas in mir aus. Ich
bin schon vielen Männern begegnet, aber keiner von ihnen hat es
ausgehalten so lange die Finger von mir zu lassen, ich muss ihm also
wirklich etwas bedeuten und das rührt mich. Ich sehe ihn entschlossen
an, atme noch einmal tief ein und aus, bevor ich sage: » Willst du immer
noch wissen wie ich zu meiner Narbe auf dem Rücken kam? «
»Ja. « Er
muss nicht lange nachdenken, klar er will ja auch alles von mir wissen.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich es wirklich sollte, aber ein Teil von
mir will das ich es erzähle und ich lasse schließlich nach. »Gut, aber
es ist eine lange Geschichte. Ich muss bis ganz zum Anfang gehen. «,
warne ich ihn ihm gefassten Ton vor. »Sag es mir nur wenn du es willst. «
Dass er das sagt gibt mir noch eine weitere Bestätigung, dass ich es
ihm sagen kann, also fange ich an zu erzählen, ohne noch mal darauf ein
zu gehen. »Ich wurde in Schottlang geboren. Meine Mutter war eine
normale Frau, ich weiß nicht ob sie noch lebt, wenn man es so nimmt habe
ich sie nie wirklich kennen gelernt, genauso wie mein Vater. Er war,
oder ist immer noch ein Werwolf. Ich weiß nicht wirklich viel von den
Beiden, aber eins weiß ich: Meine Mutter wurde nicht freiwillig
schwanger von ihn. Er hat sie vergewaltigt. Er wollte Nachkommen, ihm
war egal wer sie war, oder was er mit ihr machte. Nur er selber
interessierte ihn und sein Plan. Als er mit ihr fertig war ließ er sie
alleine. Meine Mutter merkte schnell dass sie schwanger war, aber trotz
all dem bekam sie uns trotzdem. « Ich mache eine kurze Pause und warte
auf Raze´ erste Reaktion. Das alles nimmt mich immer noch mit. Ich habe
diese Geschichte erst einmal jemanden erzählt und das war Lucas und
selbst ihm habe ich nicht alles gesagt. Raze sieht mich fragend an.
»Uns? « Ich wusste dass er das fragen würde, also erzählte ich weiter.
»Ja.
Uns. Ich und mein Zwillingsbruder. Ich habe von ihm viele Jahre nichts
gewusst, denn gleich nach der Geburt, tauchte mein Vater wieder auf und
nahm meinen Bruder, Aiden, mit sich. Meine Mutter und mich ließ er
einfach so zurück. Sie war verzweifelt und wusste jetzt auch was er war
und somit auch ich. Sie hatte Angst dass ich genauso werden könnte wie
er. Sie hasste mich dafür, hielt mich für ein Monster. Sie nannte mich
Luzifer, wie der Teufel und gab mich dann in ein Heim. Niemanden
erzählte sie wer, oder was ich war, oder werden könnte. « Wieder mache
ich eine Pause. Es ist schwerer als ich dachte, das alles zu erzählen.
Jetzt würde mein ganzes Leben kommen, aber ich habe nicht vor ihm das
auch noch zu erzählen, also überspringe ich es. Dafür bin ich nicht
bereit und werde es wahrscheinlich nie sein und er auch nicht.
»Jahrelang habe ich nichts von meinem Bruder gehört, doch eines Tages,
als ich von der Arbeit kam, sprach er mich an. Er sagte mir er sei mein
Bruder und hätte mich gesucht. Er erzählte mir all das von meiner Mutter
und sagte, dass er gekommen ist um mich kennen zu lernen, aber er hatte
gelogen. Nur aus einem Grund suchte er mich auf. « Ich seufze
unwillkürlich. Raze sieht mich an. Ich weiß, dass er nicht weiß was er
darauf reagieren soll. Ein paar Sekunden sagt keiner etwas, dann fragt
er: »In wie fern hat er gelogen? «
Ich antwortete ihm ohne nach zu
denken. »Wir trafen uns sehr oft. Diese treffen waren der Höhepunkt
meiner Woche, denn er erzählte mir von seinem Leben, wie er aufgewachsen
ist. Sogar von unserem Vater. Er spielte mir etwas vor. Eines Tages
wurde ich auf den Weg nach Hause angefallen. Jemand schlug mir etwas
Schweres auf den Kopf und ich wurde sofort ohnmächtig. Später, es kamen
mir wie Stunden vor, wachte ich in einem Keller auf. Ich war angekettet
und Aiden war auch da. Er unternahm Experimente an mir, wegen nichts
anderem hatte er mich aufgesucht.
Erst dann erzählte er mir, dass er
Wissenschaftler sei, wie unser Vater. Sie wollten und wollen immer noch
Hybride erschaffen und ich schien das perfekte Versuchskaninchen zu
sein. Aiden versuchte alles an mir aus. Er quälte, folterte mich und gab
mir merkwürdige Arzneien. Er belegte mich mit einem Fluch, der mich
zwingt immer wieder zu ihm zu gehen und das zu machen was er wollte, mit
mir machen zu lassen was er wollte. « Ich deute nach hinten auf meinen
Rücken. »Daher habe ich die Narbe. « Einen Moment lang lässt er das auf
sich wirken, dann platzt er überschüttet mich mit Fragen. »Hast du
versucht es zu unterdrücken? Und was macht er, oder was machst du wenn
du da bist? Wie will er denn Hybriden erschaffen? « Ich sehe ihn traurig
an und beantworte ihm seine Fragen. »Natürlich habe ich versucht mich
zu wehren, aber es geht nicht. Die Narbe wächst jede Stunde mehr, in der
ich nicht zu ihm gehen würde wenn er mich gerufen hat. Irgendwann würde
sie mich ganz verschlingen. « Ich sehe nach unten. »Am besten ich sage
dir nicht was ich getan habe und ich kann dir auch nicht sagen warum ich
es getan habe, denn ich weiß nicht wie er sie erschaffen will, ich weiß
nur das er es bis jetzt nicht geschafft hat. Ich kriege so gut wie nie
etwas von dem mit was er macht, wegen dem Schmerz. «
»Warum ist es
besser wenn du es mir nicht sagst. «, will er wissen. Ich schaffe es
einfach nicht ihm in die Augen zu sehen. »Weil du mich dann für ein
Monster halten würdest. « Wie meine Mutter, wie ich, wie jeder, wenn der
wissen würde was ich getan habe und immer noch mache. »Lag das was du
getan hast in deiner Hand? Wolltest du das? «, fragt er mich. Ich weiß
was er damit bezwecken will, aber ich habe selber versucht es mir
dadurch schön zu reden, dass ich keine andere Wahl habe, das ich es tun
muss. Noch immer kann ich ihn nicht ansehen. »Nein natürlich wollte,
oder will ich es nicht, aber trotzdem habe ich es gemacht, immer und
immer wieder. Es ist egal ob ich es wollte oder nicht, denn das macht es
nicht besser. « Er legt mir eine Hand unter das Kinn und dreht mein
Kopf zu sich. Ich erschrecke leicht bei seiner plötzlichen Berührung,
erwidere aber seinen Blick, als er mir in die Augen sieht. »Aber es ist
ein großer Unterschied ob du es wolltest, oder gezwungen wurdest. « Er
lächelt mich aufmunternd an. »Das macht die Menschen aber auch nicht
wieder lebendig. «, bringe ich mit erstickter Stimme hervor. Ich weiß
nicht warum ich es gesagt habe. Noch nicht einmal Lucas weiß das, aber
vielleicht ist das genau der Grund. Es belastet mich einfach zu sehr.
Ich musste es jemanden sagen. Er nickt leicht und weicht keinen
Zentimeter zurück. »Ich weiß, aber gebe dir nicht die Schuld dafür. Du
wolltest es nicht, du kannst nichts dafür. «, versucht er immer noch
mich zu verteidigen. Ohne dass ich es kontrollieren kann, fangen meine
Lippen an zu zittern. Meine Vergangenheit scheint über mich zusammen zu
brechen, wie eine riesige Welle, die mich nach unten drückt und mir
keinen Sauerstoff mehr lässt zum Atmen. »Ich habe mein Leben über ihres
gestellt, Raze. Ein Leben für so viele. Das ist nicht richtig. « Ich
merke wie verzweifelt ich mich anhöre und verfluche mich dafür, selbst
die Tränen muss ich mit aller Kraft zurück halten. Ich fühle mich
verloren und alleine. Noch nie habe ich mit jemanden darüber gesprochen
und es tut mehr weh, als ich gedacht hätte. Es fühlt sich an, als würde
mein Herz zerspringen. »Nein, es ist nicht richtig. «, stimmt er mir zu.
»Aber es ist nicht schlimm, wenn man sich für sein eigenes Leben
entscheidet. «, fügt er noch hinzu. Ich schürze die Lippen. »Es IST
schlimm, feige und egoistisch. « Warum verteidigt er mich so? Er weiß
ganz genau dass meine Handlungen nicht richtig waren und das werden sie
auch nie sein.
Er rollt mit den Augen. »Das ist Ansichtssache. « Ich
ziehe mich etwas von ihm zurück. Ich sehe ihn nur an und sage nichts
mehr dazu. Er sagt ebenfalls nichts mehr. Es macht nicht nervös, denn
ich will wissen was er denkt, habe aber gleichzeitig Angst davor. »Sag,
oder mach doch bitte was. Was denkst du? «, flehe ich ihn verzweifelt
an. Mit einem Mal sieht er mir so tief in die Augen, so dass ich Angst
habe, dass er bis zu meiner Seele sehen kann. Er legt eine Hand an meine
Wange, beugt sich vor und legt seine Lippen sanft auf meine. Ich höre,
wie ich einen überraschten Ton von mir gebe. Ich schmecke seine Lippen
und spüre wie sein Herz schlägt. Das Blut in meinen Ohren fängt vor
Adrenalin an zu rauschen, schnell weiche ich von ihm zurück und sehe ihn
geschockt an. Ich habe mit vielem gerechnet, aber mit dem ganz sicher
nicht gerechnet. Ich stütze mich mit meinen Armen hinten ab um nicht um
zu kippen. »Was soll das? «, frage ich atemlos und starre ihn mit
offenen Mund an. Er wirkt aufgewühlt und sieht mich dementsprechend auch
an. »Du wolltest wissen woran ich denke. «, sagt er leise, als würde es
das erklären. Ich bin verwirrt und überfordert. »Aber WARUM? «, ist das
Einzige was ich dazu raus kriege, denn ich bin im Moment unfähig
sinnvolle Sätze zu bilden. Er atmet tief durch und platzt dann raus:
»Ich liebe dich. « War das sein Ernst? War der Kuss denn nicht schon
schlimm genug? Muss er denn unbedingt das noch nachschieben?
»Was?
Hast du sie noch alle? « Meine Stimme geht drei Oktaven höher während
ich das sage. Ich sehe ihn fassungslos an. Wie kann er das nur sagen und
auch noch grade jetzt. Raze dreht den Kopf weg und macht einen
gequälten Gesichtsausdruck. Dieser Anblick versetzt mir einen Stich,
aber darauf kann ich jetzt nicht achten. Er sieht auf den Boden und sagt
nicht mehr. Ich setze mich kerzengrade auf. »Raze, rede mit mir. Du
kannst nicht so was sagen und dann einfach schweigen. Wie lange liebst
schon? «, frage ich ihn, in der Hoffnung dann etwas klarer zu sehen.
Immer noch sieht er mich nicht an. »Ich weiß nicht. Ein paar Tage. «,
beantwortet er mir meine Frage.
»Ein paar Tage? Bist du dir denn
sicher? Kann man sich nach ein paar Tagen überhaupt sicher sein was das
angeht? « Ich bete dafür, dass er mir die Antwort gibt, die ich hören
will. Dass er sich nur geirrt hat, dass das nichts zu bedeuten hat, aber
leider ist es nicht so. »Ja, ich bin mir sicher. «, sagt er und klingt
dabei leider sehr sicher. Ich weiß nicht was ich dazu noch sagen soll,
also deute ich auf die Tür. »Ich glaube es ist besser wenn du jetzt
gehst. « Es tut mir selber leid, dass ich ihn jetzt rausschmeiße, aber
ich weiß nicht was ich sonst machen soll. Auf jeden Fall ist es besser,
als hier zu sitzen und sich an zu schweigen. Er nickt leicht und steht
auf. »Ja. Ähm, bis dann. «, sagt er ungeschickt und verschwindet dann
aus der Tür. Ich bleibe alleine zurück. Alleine mit seinen Worten und
Gedanken. Wie konnte er mir das nur sagen? Er konnte sich doch denken
wie das endet. Wie soll es denn jetzt weitergehen? Er ist mir ans Herz
gewachsen, aber wenn er wirklich in mich verliebt ist, würde er es
schaffen, wenn wir nur Freunde bleiben? Kann ich ihm das zutrauen? Ich
empfinde definitiv nicht so für ihn, wie könnte ich auch, dafür habe ich
viel zu viel mitgemacht, als das ich mich einfach so wieder in den
nächst Besten verliebe. Ja, ich mag ihn, aber mehr ist das nicht.
Ich
fahre mit meinen Fingern die Konturen meiner Lippen nach. Er hatte mich
geküsst, ohne Vorwarnung. Plötzlich durchzuckt mich ein stechender
Schmerz, vom Rücken durch den ganzen Körper. Ich keuche auf und sacke
auf der Couch zusammen. Wenn man vom Teufel spricht. Krampfhaft versuche
ich meine Schmerzensschreie zu unterdrücken. Ich winde mich vor Schmerz
und dann ist es auf einmal vorbei. Ich entspanne mich wieder und mein
Atem normalisiert sich. Ruhig liege ich da und habe die Augen
geschlossen. Meine Narbe brennt ein wenig, aber das ist Nichts im
Vergleich zu eben. Und ich weiß, es wird noch schlimmer werden, wenn ich
mich nicht bei Aiden melde. Aber diesmal werde ich nicht zu ihm. Ich
werde durchhalten, auch wenn ich durch die Hölle gehen sollte. Nie
wieder werde ich unschuldige Menschen umbringen, das schöre ich mir.
Raze hat alles verändert. Seit ich ihn kenne ist es so, als würde ich
klarer sehen, auch nach dem was grade passiert ist. Wieder durchzuckt
mich der Schmerz. In so kurzen Abständen kamen sie noch nie. Er scheint
es diesmal eilig zu haben. Ich stöhne und kneife die Augen zu.
Verzweifelt versuche ich den Schmerz weg zu atmen, wie bei einer Geburt,
doch es klappt nur minimal. Ich werde morgen nicht zur Arbeit können,
schießt es mir durch den Kopf, aber ich kann nicht lange darüber
nachdenken, denn die nächste Welle des Schmerzes überkommt mich.
Als
diese auch vorbei ist und ich endlich eine ruhe Phase habe, stehe ich
auf und schleppe mich in mein Bett. Ich lege mich auf den Bauch, so dass
mein Rücken nach oben zeigt. Meine Haut glänzt vor Schweiß. Es dauert
nicht lange bis ich eingeschlafen bin, aber ich werde immer wieder in
der Nacht von meinen Schmerzen geweckt.
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